Archiv für den Monat: September 2014

Direktresponse für Vortragsredner

Seit ca. 2 Jahren stehe ich als professioneller Vortragsredner auf der Bühne. Davor stand ich in über 15 Jahren als Trainer, Eventmanager und natürlich auch als Referent vor verschiedenstem Publikum. Von 4 bis über 1.000 Personen, vom Vorstand bis zur Gruppe angetrunkener Außendienstler – es war so einiges dabei.

Die prägendste Erfahrung habe ich aber vor kurzem beim GSA Schultag gemacht, als ich mit meinen Kollegen Emanuel Koch und Roberto Wendt vor 220 Schülern der Klassen 8 bis 10 einen Vortrag halten durfte.

Ganz ehrlich, wer es vor diesem Publikum schafft, schafft es vor jedem.

Natürlich ist mir klar, dass nicht jedes Thema für jede Altersgruppe geeignet ist. Und natürlich hängt der Erfolg eines Vortrages auch stark vom Setting, also der Umgebung und den begleitenden Umständen ab. Trotzdem haben mich die unterschiedlichen Reaktionsformen zwischen Erwachsenen und Jugendlichen stark beeindruckt.

Ein Beispiel, dass einige Speaker Kollegen eventuell kennen. Ich empfand es immer etwas leichter, vor einem Publikum zu sprechen, dass aus eigenem Antrieb zu einer Veranstaltung kommt, als vor „geladenen“ Mitarbeitern. Und ich finde dies auch nachvollziehbar. Auf der einen Seite kommt ein Zuschauer mit der Einstellung zum Vortrag, dass er jetzt gut unterhalten und informiert wird, sonst müsste er ja nicht kommen und vielleicht hat er ja sogar dafür gezahlt. Auf der anderen Seite wurde einem Menschen vorgegeben, wann er wo zu sein hat und eventuell hält ihn unser Vortrag von etwas wichtigem ab. Natürlich sollten wir es als Profis schaffen beide zu begeistern, die Voraussetzungen bei Gruppe eins sind aber etwas erleichtert.

Nun durfte ich den ultimativen Direktresponse erleben. Eine Gruppe Jugendlicher, die so ganz anders reagierte als gewohnt. Wenn man normalerweise fragt, ob jemand auf die Bühne geht (so wie es Emanuel tut), dann rutschen Erwachsene etwas tiefer in die Sessel, um ja nicht aufgerufen zu werden. Bei unseren Schülern sprangen sofort fünf auf und über 30 Hände streckten sich nach oben. Ein Schüler war schon halb auf der Bühne und musste wieder zurück gebeten werden.

Wo liegt der Unterschied? Diese jungen Erwachsenen reagierten sofort und ohne nachdenken auf die Botschaft, die gesendet wurde. Bühne? Lust? Klar! Also los, um ja erster zu sein.

Wir Erwachsene lassen die Botschaft erst einmal sacken, denken darüber nach, wälzen sie etwas in unserem eigenen Meinungsbild und fangen dann langsam an zu reagieren. Vielleicht kommt ja bis dahin auch etwas dazwischen und wir sind nicht mehr dran.

Ich blende in meinem Vortrag ein Bild mit der Überschrift Begeisterung ein. Normalerweise liest mein Publikum das Wort, verarbeitete es und setzt es in den eigenen Kontext. Dann wird abgewartet was der Redner denn nun darunter versteht. Unsere Jugendlichen lasen das Wort und fingen an sich gegenseitig begeistert auf die Schultern zu klopfen. Ein tolles Bild, nur zugehört hat mir in diesem Moment niemand mehr.

Bild von Alexander Flögel
Bild von Alexander Flögel

Im Gegenteil, umso mehr Energie ein Sprecher in den Raum gab, umso unruhiger wurde die Gruppe, da sie mit der Energie sofort wieder heraus wollte, sich bewegen, sprechen. Es waren anders als erwartet viel mehr die ruhigen Töne erfolgreich, die fesselten und einbezogen.

Mein Fazit: es war ein tolles Erlebnis. Und es war extrem anstrengend. Ganz ehrlich, jeden Tag möchte ich das Publikum nicht vor mir haben.

Aber es war sehr lehrreich, für mein Verständnis zu meinen eigenen Botschaften. Welche Bilder in den Köpfen der Menschen erzeuge ich, welche Botschaften gebe ich? Denn dieses Publikum hat sich zu keiner Zeit verstellt. Zu jedem Input, kam der direkte Output. Direktresponse oder Aktion = Reaktion, wie immer ihr es nennen wollt.

Meine eindeutige Empfehlung. Haltet immer wieder einmal einen Vortrag vor Jugendlichen – passt euren Vortrag vorher darauf an und erlebt den Unterschied. Wir können viel daraus lernen.

Was dies mit Kreativität zu tun hat? Diese Direktheit im Denken, die Gabe dem Impuls zu folgen, das ist die kindliche Denkweise, die wir auch in der Ideenfindung benötigen und uns aneignen sollten.

Freundliche Grüße mit Wortassoziation

Beim Projekt „Kreativ durch die Schwangerschaftsdemenz“ standen wir zum Zeitpunkt dieser Frage zwei Wochen vor der Storchlandung (das weiß ich natürlich erst heute :-)).

Eine Befürchtung von Schatzi war es, den Kontakt in Ihr Berufsleben zu verlieren. Gleichzeitig, wollte Sie aber gerade zum Start in das Abenteuer Kind 2 nicht zu viel arbeiten.
Ich bin der Meinung, dass Kunden und Partner am besten reagieren können, wenn sie die Situation kennen und das eigene Verhalten darauf einstellen können. Wenn ich weiß, welches Abenteuer bei meinem Gesprächspartner bevorsteht, bzw. dass der Storch bald landen wird, kann ich darauf reagieren. Projekte evtl. zurück stellen oder auch eine andere Lösung für mein Anliegen sorgen.
In der heutigen Zeit der ständigen Erreichbarkeit sind wir schnelle Antworten gewohnt. Oftmals ist es aber gar nicht notwendig schnell zu regieren, denn auch heute noch haben viele Anliegen Zeit und können warten. Uns verunsichert oder stört also gar nicht die eigentliche Verzögerung sondern meistens die Unsicherheit, wenn wir keine Antwort auf eine Anfrage erhalten. Eine erklärende Information ist im Dialog wichtig und notwendig, die die Situation darstellt und angibt, wann wieder mit einem persönlichen Gespräch bzw. einer Antwort zu rechnen ist. Dies gilt bei urlaubsbedingter Abwesenheit genauso wie bei einer Schwangerschaft.
Oftmals bin ich allerdings schon fast schockiert, wie unpersönlich und fast abweisend einige dieser automatischen Antworten formuliert sind. Egal ob auf Anrufbeantwortern oder als Autoresponder für Emails. Warum nicht etwas Zeit und Kreativität investieren, um die Informationen auf unterhaltsame und freundliche weise zu formulieren? Wenn ich dadurch meinem Kontakt ein Lächeln entlocken kann, hat sich die Mühe doch auf jeden Fall gelohnt.
Ich gab Schatzi daher den Tipp einen informierenden aber auch unterhaltsamen Satz für Ihre Abwesenheit zu formulieren und empfahl Ihr folgende Technik:

Kreativitätstechnik: Wortassoziation
Viele Kreativitätstechniken sind arbeiten auf Grundlage von Assoziationen. Indem ich meine Frage, meine Aufgabe mit vorerst fremden, vom eigentlichen Thema abweichenden Informationen kombiniere. Die können Bilder sein oder auch Worte, die zufällig ausgesucht werden. Für die Technik Wortassoziation kann ein Buch oder besser einen Duden genutzt werden. Die eigene Frage wird notiert und anschließend zufällig ein Wort aus dem Duden bestimmt. Dafür blättern Sie wahllos durch das Buch und stecken irgendwann Ihren Finger ins Buch. Das Wort, auf dem der eigene Finger zufällig deutet wird genutzt.

Für die Ideensammlung unterwegs bietet sich die von mir erfundene App Kreativität41 an (für Android und iOS). Hier wird ein zufälliges Wort ausgesucht und am Bildschirm angezeigt, wenn man einmal wieder ohne Duden unterwegs ist (neben der Wortassoziationstechnik bietet die App drei weitere Kreativitätstechniken an).

Wortassoziationen eigenen sich vor allem auf der Suche nach Texten und kreativer Namensfindung. Wenn es beispielsweise darum geht, Texte für Broschüren und Internetseiten zu finden oder den durchschlagenden Namen für ein neues Produkt oder Dienstleistung. Aber natürlich auch, wenn man auf der Suche nach einem ausgefallenen Spruch für den Anrufbeantworter ist.

Ich habe die Technik eingesetzt, um 2007 den Namen für meine Agentur zu finden. Die meisten Wortkreationen, die sich um das Thema Kreativität drehen, waren schon vergeben und mir war unter anderem wichtig, dass ich für den Namen eine .de Endung im Internet reservieren konnte. Einen Begriff aus der Hirnforschung zu nehmen, hatte ich schon mehrmals versucht aber es fehlte der letzte Impuls. Natürlich erhalten Sie nur äußerst selten durch das zufällig ausgewählte Wort direkt die passende Lösung. Es geht darum, durch themenfremde Worte inspiriert zu werden und in anderen Bahnen zu denken.

In meinem Fall war es das Wort Hammel, dass letztendlich den Impuls brachte. Über Hammel kam ich auf Hammelsprünge, über diese zum Sprung und das Wort Synapsen hatte ich im Vorfeld schon auf einer Auswahlliste notiert. Wegen eines Hammels heißt meine Agentur und auch mein Arbeitsbuch zu mehr Kreativität in 3×3 Schritten heute Synapsensprung®.

Die Erlebnisse von Schatzi dazu waren:
Nils hatte DEN Spruch für meinen Abwesenheitsagenten bzw. Anrufbeantworter: „Bin dick und rund, aber gesund. Im Schwangerschaftskleid bleibt grad wenig Zeit!“

Sehr witzig! Da dachte ich das erste Mal, Nils nimmt mich nicht ganz ernst und für ihn ist das hier alles nur ein einziger großer Spaß! Wie ich mich gerade fühle mit meinem dicken Ranzen und all dem Zusatzgewicht, schien ihm ja völlig egal zu sein.

Mit Hilfe seiner Technik ist es dann schlussendlich folgender Spruch geworden:

Betreff: „Der Storch ist gelandet“

Liebe Kunden und Netzwerkpartner,

ich bin derzeit im größten Abenteuer meines Lebens – der Storch ist am 07.06.2014 das 2. Mal gelandet. :0)
Ich kümmere mich aktuell um meine eigene Vereinbarkeit von Familie und Beruf!
Ab dem 04.08.2014 bin ich gerne wieder persönlich für Sie da.

Herzliche Grüße