Archiv der Kategorie: Hier blogt es!

Alle Beiträge des Blogs „Was ist Kreativität?“. Viel Spaß beim Lesen und Entdecken.

Wir beAbern zu viel. Dabei macht das Undglücklich.

Sicher kennen das alle. Voller Euphorie präsentiert man seine neue Idee und erwartet die kommende Begeisterung. Und da, da kommt es   —   ein „Ja – ABER“.

Es gibt Momente, da verfluche ich das Wort „Aber“. Natürlich benutze ich es selbst viel zu oft, trotzdem sollten wir es für unsere Kreativ-Hygiene bei der Ideenfindung einsperren. Denn es hemmt den Ideenweg, stoppt ihn und gibt dem „Hemmenden“ doch das Gefühl eigentlich ja zugestimmt zu haben. Mit seinem „Ja – aber“.

Das „Aber“ hinter dem „Ja“ zerstört das Positive und dreht die Zustimmung ins Gegenteil. Was in einer Diskussion vielleicht noch sinnvoll sein kann, ist bei der Ideengenerierung hinderlich. Viel schöner ist ein „Und“, denn dann nehmen wir den Gedanken auf und stricken die Idee gedanklich weiter. Nicht immer einfach und gerade darum oft erfolgreich.

Probiert es aus und benutzt in der nächsten Ideenfindungsphase durchgehend „Und“ statt „Aber“. Und wem das noch zu einfach ist der benutzt zeitgleich die „Gewagt-Technik“. Dabei ersetzt ihr jedes „Nein“, jedes „Geht nicht“ durch das Wort „Gewagt“.

Geht nicht? – Aber, aber – vielleicht nur gewagt. Und?

Mehr zur Gewagt Technik findest du in meinem Buch „Kreativ auf Knopfdruck – Das Training für Ihren Ideenmuskel“. Zu erwerben bei mir direkt oder hier bei Amazon.

Buchgedanken.tv

Wollten Sie auch schon immer einmal wissen, was hinter den Covern der Bücher steckt, was zwischen den Zeilen steht? Oft lese ich ein Buch und frage mich, wie der Autor auf seine Gedanken gekommen ist, was ihn inspiriert hat, es so zu schreiben?Woher, wann und an welchem Ort hat er seine kreativen Input bekommen? Das ist die Frage, die mich persönlich natürlich sehr beschäftigt.

Ich habe daher nicht gezögert, als ich gefragt wurde, ob ich beim Projekt Buchgedanken.tv mitmache. Natürlich mache ich bei so etwas mit.

Bei Buchgedanken.tv erzählen 7 bekannte Autorinnen und Autoren live im Internet und lassen die Leser zu ihren neuesten Bücher hinter die Kulissen blicken. Ihr könnt also an den Terminen live dabei sein und euch anschließend auch an der Diskussion mit den Autoren beteiligen, oder ihr schaut später bei Buchgedanken.tv vorbei und schaut euch die professionell erstellten Interviews im Netz an – inspirierend ist es in beiden Fällen.

Die Termine und Autoren sind:
Wenn Buchgedanken lebendig werden: 7 bekannte Autoren – 7 aktuelle Bücher:
Vom 5. bis 12. Dezember live im Internet auf http://www.buchgedanken.tv/
– Ulrike Scheuermann: 5.12. um 18:30 Uhr
– Nils Bäumer: 6.12. um 18:30 Uhr
– Claudia Kimich: 7.12. um 18:30 Uhr
– Silvia ZIolkowski: 8.12. um 18:30 Uhr
– Daniela Jost: 9.12. um 18:30 Uhr
– Emanuel Koch: 10.12. um 17:00 Uhr
– Tanja Köhler: 11.12. um 17:00 Uhr

Jeden Tag berichtet ein Sachbuchautor/in über ihr/sein neues Buch, im Gespräch mit zwei anderen AutorInnen, in hochwertig produzierten Live-Videos und mit Live-Chat.

Sei dabei, wenn Buchgedanken lebendig werden.

PS. Und wer am 29.11.2016 zufällig in Bremen ist, kann vier der Autoren gleich live erleben. Ab 18.30 Uhr im Theater11. Karten und Infos gibt es bei den Hansespeakern.

Um diese Bücher wird es gehen:
social-media-titelbild-buchgedanken-2016-werbung
Weitere Informationen zu den Autoren und den Büchern:

pr-infoblatt-buchgedanken

Kreativ auf Knopfdruck

Wenn mich jemand vor zwei Jahren gefragt hätte, ob es die Kreativität auf Knopfdruck überhaupt gibt, hätte ich ziemlich sicher mit einem Nein geantwortet. Eigentlich hat mich die Frage danach sogar eher geärgert, auch wenn sie oftmals anders ausgedrückt wurde. Denn wir Menschen wollen es nun einmal einfach haben: möglichst viel mit möglichst wenig erreichen. Das ist ja auch durchaus verständlich.
Also fragten und fragen mich Gesprächspartner sehr oft nach „dem“ einen Trick zur Steigerung ihrer Kreativität oder „der“ Technik, um Innovation in Unternehmen effektiv anzukurbeln. Und diesen einen Trick, diesen Knopf, gibt es eben nicht – oder doch?

Ich habe im – auch auf dieser Seite beheimateten – Podcast „Weckruf für Ihre Kreativität“ über ein Jahr hinweg verschiedene Möglichkeiten, Denkmodi, Techniken und Übungsmethoden vorgestellt und ausprobiert, die unsere Kreativität steigern. Schon während der Arbeit am Podcast fasste ich den Entschluss aus diesen Inhalten auch ein Buch zu machen, um die Ideen nicht nur für Podcasthörer zugänglich zu machen. Nun ist ein Buchtitel bei der späteren Vermarktung und im Verkauf einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren, vielleicht sogar der Entscheidende Faktor.

nils-coverDas Buch: Kreativ auf Knopfdruck – Das Training für Ihren Ideenmuskel

Seit April 2016 ist das Buch auf dem Markt mit einem Titel, der mir immer besser gefällt: „Kreativ auf Knopfdruck – Das Training für Ihren Ideenmuskel“. Mittlerweile denke ich anders über die Frage, ob es Kreativität auf Knopfdruck gibt. Ich glaube, es gibt sie. Kreativität ist eine Fähigkeit, mit der wir von der Natur ausgestattet werden und die wir auch trainieren können, ähnlich wie einige sportliche Fähigkeiten. Auch ein Tennisspieler kann nicht jeden Tag sein bestes Spiel abrufen. Genausowenig können wir jeden Tag unsere besten Ideen haben. Wir können aber unser kreatives Ausgangsniveau trainieren und steigern. Wir können uns selbst besser kennen lernen, um zu erkennen, wo und wann wir kreativ sind, gute Ideen haben. So können wir auf Knopfdruck kreativ sein, nicht immer und überall aber durchaus regelmäßig und gesteuert. Allerdings geht dies auch nur dann, wenn wir dafür trainieren, etwas in unsere Fähigkeit Kreativität investieren.

Es gibt ihn also – diesen Knopf. Finden und aktivieren lässt er sich nur mit dem passenden Training und nicht einfach mit dem einem Trick, dem leichten Weg ohne Einsatz.

Allen Interessierten wünsche ich viel Spaß beim Lesen und Trainieren. Das Buch erhaltet ihr gerne bei mir direkt (22,42 Euro inkl. Kaleidozyklus, Widmung und Versandkosten – Email mit eurer Anschrift reicht aus), einem Händler eurer Wahl oder direkt hier über BoD:

 


 

 

Und hier gibt es den berühmten Blick ins Buch.

Weitere Informationen zum Buch, zum Kaleidozyklus (was ist das denn nun wieder?) und weiteren, kreativen Dingen: http://www.nils-baeumer.de/kreatives.html

Die Lösungskonferenz: come-2-solve

Wie kommt man darauf eine Lösungskonferenz zu organisieren? Und wozu eigentlich?

Ich hatte bereits Mitte letzten Jahres in einem Blogbeitrag folgenden Aussage gemacht:
„Auf unsere Welt kommen Herausforderungen zu, die wir nicht mehr mit der Kreativität der Wenigen lösen werden. Wir brauchen dazu die Kreativität der Menge – die creative crowd. In wenigen Jahrzehnten wird es selbstverständlich sein, dass jeder Einzelne sein ganzes kreatives Potential einsetzt, um zu gemeinsamen Lösungen und Innovationen beizutragen. Und wenn wir heute schon damit anfangen, wird es nicht der Leidensdruck sein, der uns dazu bringen wird. Legen wir los, bevor uns die Not erfinderisch macht: lösen wir die Herausforderungen von morgen schon heute“.

Worte prägen, selbst wenn es die eigenen sind. Dieser Gedanke einer Gruppe von interessierten Menschen, die gemeinsam an Herausforderungen des Alltags arbeiten ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich glaube, dass ganz viele Menschen etwas ändern , etwas zur Gestaltung einer positiven Welt beitragen möchten. Viele haben aber keine Ideen davon wie, bzw. es bietet uns niemand eine attraktive Möglichkeit dazu an.

Ich selbst habe auch keine Möglichkeit gefunden, meine eigenen Ideen zu einigen Problemen des Alltags mit anderen abzugleichen und weiter zu entwickeln. Was bleibt in so einer Situation? Genau: selber machen.

Wir versuchen am 15.11.2016 die erste Lösungskonferenz im GOP in Bremen umzusetzen.

Logo come-2-solve
Logo Lösungskonferenz – cotoso
Create the better world

„come-2-solve – Create the better world“ ist der Slogan der Konferenz bei der 200 Menschen gemeinsam an Herausforderungen des Alltags arbeiten und mit Unterstützung von Kreativitätsexperten und verschiedenen Techniken Lösungen erarbeiten, die während und nach der Konferenz umgesetzt werden. Wie können wir die Flut an Einweg-Kaffeebecher gemeinsam reduzieren? Nicht durch Verbote oder Gesetzte, sondern durch motivierende Ideen? Können wir die riesige Anzahl an Plastiktüten, die in Supermärkten gekauft werden, reduzieren, wenn wir eine Tütentauschbörse am Eingang einrichten?

Unterstützt werden wir bei der Konferenz von einigen der bekanntesten Kreativitäts-Experten Deutschlands. Die Teilnehmer können sich freuen auf: Cordula Nussbaum, Gerriet Danz, Karem Albash und Christian Buchholz.

Es gibt wenige Regeln auf der Konferenz. Zwei gibt es jedoch: wir denken im „ich“ und „wir“ und nicht im „die“ und „sie“. Es geht immer darum, was ich selbst und die Gruppe unternehmen kann und nicht anderen. Die „Schuld“ bei anderen zu suchen ist nicht Lösungsfokussiert. Und es gibt kein „Nein“, kein „Geht nicht“ oder „Haben wir schon immer so gemacht“ auf der Konferenz – diese Worte werden durch „Gewagt“ ersetzt. Ein „Nein“ stoppt die Lösungssuche, ein „Gewagt“ verändert maximal die Denkrichtung.

Mehr Informationen zur Lösungskonferenz gibt es unter: www.cotoso.de oder unserer Facebookseite www.facebook.com/come2solve

Finanzierung der Lösungskonferenz bei startnext

Finanziert wird come-2-solve (abgekürzt cotoso) durch einige ausgewählte Sponsoren und durch Crowdfunding. Auf der deutschen Crowdfunding-Plattform startnext stellen wir alle Möglichkeiten einer Unterstützung vor und dort werden auch Eintrittskarten für die Lösungskonferenz verkauft.

Wenn du die Idee unterstützenswert findest, dann besuche unsere Seite bei startnext:
www.startnext.com/come2solve
Die Finanzierungsphase der Lösungskonferenz startet Anfang April und endet zum 01.06.2016.

Wir freuen uns darauf, die Welt gemeinsam mit dir ein klein wenig besser zu machen.

Kreativität vs. Innovation

Warum es weder kreativen Dinge noch innovative Menschen gibt

Alles um uns herum ist kreativ. Und wenn das nicht ausreicht, wird es innovativ. Wir hören von innovativen Personen und von kreativen Unternehmen ohne uns bewusst zu machen, ob und was diese Begriffe bedeuten. Ja, ob sie überhaupt noch eine Bedeutung haben oder bereits zu leere Worthülsen mutiert sind.

Kreativität definieren

Eine abschließende Definition zu Kreativität gibt es zur Zeit nicht. Vielleicht wird es auch nie eine für alle gleichermaßen passende Begriffserklärung geben. Für mich ist es vor allem eine Eigenschaft, eine Fähigkeit, die dem Menschen von Natur aus gegeben ist. Einigen von uns wird mehr davon mitgegeben, anderen weniger. Bei einigen zeigt sich Kreativität vor allem im künstlerischen, bei anderen im sportlichen Bereich oder in der Lösungskompetenz von Alltagsproblemen.

Vorhanden ist sie bei uns allen. Es ist ganz uns selbst überlassen, wie wir sie einsetzten.

Kreatives Strickzeug?

In unserem Alltagswortschatz halten immer mehr kreative Dinge Einzug. Vor kurzem wurde mir eine der kreativsten Möglichkeiten zum Ausdruck meiner Innovationskraft angeboten. Der Werbung zufolge ein geniales Jahrhundertprodukt. Es ging um ein Set mit Strickzeug. Nichts gegen Strickzeug, aber was ist daran kreativ?

Wenn Sie jetzt innerlich aufschreien und meinen, dass Stricken doch sehr kreativ sein kann, dann haben Sie völlig recht. Genau hier liegt die für unser Verständnis wichtige Unterscheidung. Der Mensch kann kreativ sein. Wenn der Mensch strickt, kann das kreativ sein. Das Strickzeug selbst ist es nicht. Dinge sind nicht per se kreativ. Eventuell sind es die Dinge, die wir mit ihnen machen.

Kreativität ist eine Eigenschaft, die dem Menschen und gerne Tieren, der Natur an sich eigen ist. Ganz sicher gibt es aber keine kreative Tagungen oder ein kreatives Unternehmen. Es sind immer Menschen, die bei diesen Tagungen oder in den Unternehmen kreative Leistungen bringen, kreativ sind.

Innovative Dinge

Wie kreativ ist dann ein iPhone?
Wie beschrieben: gar nicht. Es zeigt die Kreativität seiner Erfinder und, wenn der Markt es wie beim Produkt iPhone anerkennt, dann ist es innovativ. Produkte, Erfindungen, Dinge können innovativ sein, wenn sie etwas Neues und Außergewöhnliches bieten, das in dieser Art so noch nicht vorhanden war. Sie sind innovativ, wenn die notwendigen Infrastrukturen zur Nutzung vorhanden sind und der Markt sie durch den Kauf bestätigt. Daher kann ein Hersteller auch nicht verkünden, dass sein Produkt innovativ ist, bevor es auf den Markt kommt. Die Bestätigung dazu kann und wird erst der Markt geben. Vorher kann ein Unternehmen nur hoffen und verständlicherweise damit hoffend werben.

Entsprechend gibt es aber auch keine innovativen Menschen. Was ist an diesen denn neu? Haben Sie eine dritte Hand oder die zweite Nase? Wachsen ihnen Brüste auf dem Rücken? Das würde sicherlich die komplette Tanzwelt disruptiv revolutionieren. Sie verstehen den Gedankengang? Eine Innovation zeichnet sich immer durch eine Neuerung an der Sache aus. Ein innovativer Mensch müsste daher etwas haben, dass alle anderen nicht haben und sich durch neue Fähigkeiten auszeichnen, die durch die Innovation möglich werden.

Sportler mit künstlichem Sprungbeinen können wir also eingeschränkt als innovativ bezeichnen, wobei auch hier im Kern die künstlichen Beine innovativ sind und nicht der Mensch. Der Mensch ist es, der Materialien und Technik in Zusammenhang bringt und solch kreative Lösungen findet, dass bei Prothesen heute schon teilweise von Körperdoping gesprochen wird.

Mit der Goldwaage begreifen

Wenn Sie jetzt berechtigterweise denken, dass dies alles recht kleinlich und auf die Goldwaage gelegt ist, dann haben Sie Recht. Solange die Suche nach Kreativität und Innovation aber von Wirtschaft und Gesellschaft als eines der kommenden Hauptziele unserer Entwicklung beschrieben wird, müssen wir versuchen beides besser zu verstehen. Dafür benötigen wir klarere Begriffe und eine genauere sprachliche Nutzung in unserem Alltag.

Etwas zu verstehen, heißt es zu erkennen, es richtig „be-greifen“ zu können. Wenn wir das Wesen der Zeit begreifen wollen, bringt es uns wenig, eine Uhr auseinanderzubauen. Es gilt, hinter das Wesen der Zeit zu schauen und die Einflussfaktoren möglichst zu beschreiben.

Um die Kraft unserer Kreativität voll nutzen zu können, um dadurch die Innovationskraft unserer Produkte und Dienstleistungen zu steigern, brauchen wir ein besseres Verständnis für beides. Um das Wesen der Kreativität zu verstehen, benötigen wir ab und zu die Goldwaage, die uns vor Worthülsen und leeren Werbebotschaften schützt.

Wie viel Kreativität steckt wirklich drin?

Kreativität ist „in“, liegt voll im Trend. Wenn sich früher fast nur Künstler und Genies mit ihrer Kreativität schmückten, tun es heute vor allem Unternehmen. Da jagt eine kreative Tagung die andere. Konferenzen sind per se schon kreativ, Produkte sowieso, wenn nicht sogar innovativ und meistens wird auch die Jahresbilanz kreativ erstellt.

Wenn ich mit denjenigen spreche, die aber als einzige kreativ sein können – den Menschen – bekomme ich leider meistens abweichende Aussagen. OK, es gibt keine allgemein gültige Definition für Kreativität, aber in meinen Augen kann ein Unternehmen nicht kreativ sein. Die Einzigen, die kreativ sein können, sind die Menschen, die in den Unternehmen arbeiten. Unternehmen und Führungskräfte können „nur“ die Rahmenbedingung für kreatives Arbeiten schaffen, es den Mitarbeitern anbieten. Und ob ein Produkt innovativ ist, entscheidet der Markt und nicht der Hersteller.

Ich wünsche mir, dass wir weniger Dingen und Gegenständen das Attribut „kreativ“ verleihen würden, sondern uns darauf konzentrieren, wie wir die Kreativität der Menschen – des Einzelnen – wecken und fördern können. Nicht als modernes Lippenbekenntnis oder Marketing-Aussage, sondern mit allen Vor- und Nachteilen im Wertesystem der Unternehmen verankert.

Kreativität ist genial. Und doch kann es auch zuviel davon geben, kann sie am falschen Platz erscheinen. Wie fänden Sie es, wenn der Pilot kurz vor der Landung ankündigt, heute einmal eine besonders kreative Landetechnik auszuprobieren? Kreativität bedeutet, bekannte Wege zu verlassen und immer wieder die Richtung zu ändern. In der Realität auf der Autobahn zu wenden, ist hingegen keine gute Idee.

Wie so oft im Leben geht es um die richtige Dosierung. Es geht um den Einsatz seiner Kreativität zur richtigen Zeit. Und um sie genau im richtigen Momenten nutzen und aktivieren zu können, sollten wir sie trainieren. Möglichst schon ab der Kindheit, in der Kreativität noch ganz natürlich und ohne Regeln auskommt.

Eine der für mich treffendsten Beschreibungen zu Kreativität hat der Mediziner und Musiker Charles Limb 2011 in einer Ausgabe der Zeitschrift Gehirn & Geist gegeben:
„Die enormen schöpferischen Leistungen der Menschen sind großartig, aber ich will sie nicht künstlich überhöhen. Für mich handelt es sich um einen ganz normalen biologischen Vorgang, den einige von uns zwar außergewöhnlich gut beherrschen, der aber letztlich eine Grundvoraussetzung für jede menschliche Zusammenarbeit darstellt. Kreativität durchdringt jeden Bereich unseres Lebens. Ich bin davon überzeugt, dass keine andere Eigenschaft mehr zur Evolution unserer Art beitrug.“

Wir leben in der glücklichen Lage, uns aussuchen zu können, ob und wie wir unsere Kreativität nutzen. Noch ist es eine freie Entscheidung. 
Auf unsere Welt kommen allerdings Herausforderungen zu, die wir nicht mehr mit der Kreativität der Wenigen lösen werden. Wir brauchen dazu die Kreativität der Menge – die creative crowd. In wenigen Jahrzehnten wird es selbstverständlich sein, dass jeder Einzelne sein ganzes kreatives Potential einsetzt, um zu gemeinsamen Lösungen und Innovationen beizutragen. Und wenn wir heute schon damit anfangen, wird es nicht der Leidensdruck sein, der uns dazu bringen wird. Legen wir los, bevor uns die Not erfinderisch macht: und zwar indem wir mit den Menschen um uns herum zusammenarbeiten und nicht indem wir mit Phrasen und hohlen Worthülsen um uns werfen.

Macht Urlaub dumm? Wenn der IQ im Pool bleibt.

Auch wenn davon noch nichts zu spüren ist – der Sommer steht vor der Tür und damit die sogenannte „schönste“ Zeit des Jahres, der Urlaub. Wenn wir uns dann entspannt am Pool sonnen, schmilzt nicht nur das Eis im Cocktail, sondern auch unser IQ in der (erhofften) Hitze.

Ehrlich? Durchaus. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei einem 3 wöchigen Urlaub unter dem Motto: chillen, grillen, Bierchen killen unser IQ um bis zu 20 Punkten sinken kann.

Ist das schlimm? Natürlich nicht, denn mit einigen Tagen Anlaufphase kommen wir nach dem Urlaub schnell wieder auf unser Ausgangsniveau. Allerdings fällt uns der Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag nach einem Urlaub oftmals etwas schwer. Ein einfacher Tipp dazu: lasst Urlaub und Arbeit nicht nahtlos ineinander übergehen. Plant den Urlaub nicht bis Sonntag Abend, sondern kommt in der Mitte der Woche zurück, so dass Körper und Geist Zeit haben, wieder in den Alltag einzusteigen. Und wer im Urlaub so richtig abschalten konnte, also auch keine Mails und Termine geprüft hat, der kann am Samstag schon einmal alles überfliegen, damit das Gehirn schon etwas hochfahren kann.

Wie aber sieht es mit unserer Kreativität aus? Leidet auch diese unter dem Nichtstun? Ja und Nein, denn es kommt ganz auf Länge und Intensität der Faulenzerei an.
Die meisten Ideen haben wir nicht in anstrengenden Arbeitsphasen, sondern gerade dann, wenn die Gedanken entspannt umherschweifen können. Beim Spazierengehen in der Natur, beim Dusche, beim Joggen usw.  Zudem können neue Erfahrungen und Erlebnisse in anderen Ländern inspirieren und neue Denkwege anbahnen.

Urlaub an sich macht also ganz sicher nicht unkreativ – es bietet vielmehr die Möglichkeit sein kreatives Potential zu steigern, solange wir nicht jeden Abend zu viele Synapsen mit zu vielen Longdrinks ertränken.

Nutzen Sie die freie Zeit, um neues zu entdecken oder – noch besser – neues zu lernen. Wie wäre es jeden Morgen ein bisschen zu jonglieren oder möglichst viel von der Landessprache aufzuschnappen? Neues zu lernen, Dinge anders zu machen, außerhalb unserer gewohnten Denkphasen regt unsere Kreativität an, es ermöglicht den Blick über den Tellerrand des Alltags. Keine Zeit ist dafür besser geeignet als der Urlaub, wenn wir unserem Denken dafür den nötigen Freiraum lassen.

Entdecken Sie eine neue Lust am Denken. Aber vergessen Sie sie nicht am Pool, denn was ist besser, als mit aufgeladener Kreativitätsbatterie wieder in der Arbeit durchzustarten.

Mehr Tipps zur Steigerung deiner Kreativität findest du im Podcast und dem begleitendem Tu´sletter – passend dazu z.B. in den Folgen 13 + 14 – zum Thema „Bewusst unbewusst denken“.

Oder du hörst in das Thema rein. Hier findest du ein Interview von mir dazu:
Radiointerview – Entspannt aber dumm.

Wenn Ziele nicht zum Ziel führen

Ein Wort zu Zielen und Kreativität. In Zusammenhang mit Kreativität führen Ziele oftmals nicht zum Ziel. Bei Trainings mache ich gerne die Übung „Einnorden“. Dabei drehen sich alle Teilnehmer mit geschlossenen Augen im Kreis, bis Ihre Nase nach Norden zeigt. Du kannst ja einmal selbst die Augen schließen und Norden suchen.

Du kannst es dir sicher denken. Wenn die Gruppe anschließend die Augen wieder öffnet, gibt es so viele unterschiedliche Nordausrichtungen wie Menschen im Raum.

Für ein Unternehmen, dass gemeinsame Ziele ausgegeben hat, natürlich äußerst schlecht. Die Führung gibt die Anweisung: alle nach Norden – und jeder rennt in eine andere Richtung.

Für kreatives Denken ist die ständige Ausrichtung auf ein Ziel, auf eine Richtung aber kontraproduktiv. Denn wenn wir immer mit allen in eine Richtung gehen und denken, gewöhnen wir uns daran. Es entsteht der Tod der Kreativität – die Routine. Wir müssen für neue Ideen oft die Richtung wechseln und unseren Trägheitsvektor, der uns in die alte Richtung drückt überwinden.

Fazit: für die Zielerreichung brauchen wir das Wissen der Richtung und die passende Kommunikation dazu. Für Kreativität nicht zwingend, da muss das Ziel auch mal aus den Augen verloren werden, denn sonst laufen wir alle in dieselbe Richtung, tun und denken dieselben Dinge – diese zwei Strömungen konkurrieren.

Wer die Übung Einnorden gerne einmal selbst für Trainings oder in Meetings nutzen will. Im Tu´sletter zur Podcastfolge zwei habe ich sie nochmals beschrieben.

www.nils-bäumer.de/podcast

Arbeitsblatt zur Podcastfolge 2 – Wenn Ziele nicht zum Ziel führen.

Facebook 15 – Anerkennung 0

Wer Facebook nutzt, kennt sicher einen der anfangs evtl. noch originellen Tests des Kommunikationsgiganten. Welches Tier bin ich? Welches Land, Farbe, Essen usw. Und auch wenn sie uns nerven, erwischt sich ebenso sicher der eine oder andere beim Ausfüllen. Anschließend kann das Ergebnis stolz geteilt werden.

Damit im Sinne von Facebook auch fleißig geteilt wird, sollten die Ergebnisse natürlich positiv ausfallen. So folgten kleine Facebook-Tests. Z.B. Welchen IQ hast du? Um uns allen (ja allen) zu zeigen, dass wir intelligenter sind als der Rest der Welt. Und vor kurzem mein Lieblingstest: Wie gut ist deine Rechtschreibung, sind deine Grammatikkenntnisse?

Da meine bedenklich an der Katastrophe schrammen, habe ich mich am Test versucht und blickte stolz auf 15 von 15 Punkten – volle Punktzahl – ich Grammatikgigant. Meine Hand zuckte schon zum Teilen Button, um diese Anerkennung meiner Genialität mit der Welt zu teilen, als sich die ersten Fragezeichen bildeten. Einige der Fragen hatte ich nämlich noch nicht einmal verstanden, geschweige denn richtig beantworten können. OK, es sind Multiple Choice Tests aber konnte ich so viel Glück haben?

Um es abzukürzen. Ich habe den Test mehrmals wiederholt und egal was ich anklickte, es kamen nie weniger als 12 Punkte heraus. Es war und ist also anscheinend schlicht unmöglich den Test mit weniger als 12 Punkten abzuschließen. Der Test ist ebenso wenig ein Test, wie ein Hase Eier bringt. Warum glauben wir dann so gerne an unsere Leistung, wie kleine Kinder an Ostern?

Die Technik vermittelt uns Anerkennung. Ein falscher Test gibt uns das Gefühl etwas außergewöhnlich zu können und sofort regt sich in uns das Bedürfnis dies mit der Welt zu teilen. Verständlich.

Anerkennung (und Wertschätzung) ist einer von neun Faktoren für erfolgreiche Ideenentwicklung, für das eigene kreative Potential. (In Folge 5 und 6 wird es dazu zwei Podcastfolgen im „Weckruf für Ihre Kreativität“ geben.)

Anerkennung ist wahrscheinlich der wichtigste Stellhebel für die psychische Gesundheit von Mitarbeiter, die einem Unternehmen bzw. Vorgesetzten zu Verfügung steht. Leider behandeln wir das Thema mehr als Stiefmütterlich.

Aber in Anerkennung steckt auch das Wort „erkennen“.  Wir sollten wieder genauer hinschauen, um möglichst viele anerkennenswerte Dinge zu sehen aber dabei auch prüfen, wer oder vielmehr was uns im Alltag Wertschätzung gibt. Bei mir selbst habe ich dadurch wieder einmal erkennen müssen, wie sehr mich die „Likes“ und „Teilungen“ bei Facebook beeinflussen.

Geben wir der Anerkennung durch Menschen in der Realität mehr Wertschätzung und der Beurteilung durch die digitale Welt weniger Aufmerksamkeit.

Und dir sage ich: toll, dass du den Beitrag gelesen hast.

Vom Zauber des kreativen Augenblicks

Martin KübeckWer hat diesen Zustand nicht schon einmal erlebt? Man fährt eine längere Strecke mit dem Auto, hört gute Musik und die Gedanken bewegen sich auf einmal in einer völlig anderen Ebene. Geistesblitze, skurrile Ideen und Einfälle, Querverbindungen und Lösungsansätze sprudeln nur so durch den Kopf.

Einen schönen Ausdruck in diesem Zusammenhang habe ich von Franki Wanninger: „Synapsenfasching“.

Nils Bäumer bezeichnet diesen Vorgang als „Default Mode“. Dieser „Default Mode“ stellt sich auch ein, wenn wir vor uns hinträumen, kurz vor dem Einschlafen sind, beim Duschen, beim Ausdauersport, wie z. B. Joggen oder Schwimmen oder sogar auf dem „Thron der Ideen“ bzw. dem „stillen Örtchen“. Unsere bewertende Instanz ist ausgeschaltet oder zumindest sehr stark heruntergefahren. Und weil unser Unterbewusstsein dadurch mehr Raum hat, können Ideen aufploppen uns Geistesblitze treffen und Querverbindungen und Lösungen sichtbar werden, die vorher keine Chance hatten an die Oberfläche zu kommen. Leider liegt es aber in der Natur des Denkens, dass diese Ideen auch sehr flüchtig sind. Deshalb ist es sehr wichtig, sie sehr schnell festzuhalten. Das wiederum wirft aber ein Problem auf: Will man diese genialen Gedanken nämlich zu Papier bringen oder sie beispielsweise auf ein Diktiergerät oder den eigenen Anrufbeantworter aufsprechen um damit später zu arbeiten und um, ja, um die Welt mit diesen revolutionären Gedankenblitzen und Ideen aus den Angeln heben zu können, verlieren sie sehr schnell ihren Zauber. Sie fühlen sich auf einmal bewertet an und kommen auf die rein rationale Ebene herunter.

Eine Technik oder Vorgehensweise, die das verhindert, die den „Zauber“ dieses Zustandes erhalten kann, gibt es wohl nicht. Denn sobald wir etwas erfassen wollen, wird unsere bewertende Instanz wieder aktiviert und diese kleine Mistkröte sagt uns:

„Das ist doch alles Quatsch! Das kann nicht klappen! Hirngespinste!“

Ideen aufschreiben lohnt sich trotzdem – völlig wertungsfrei versteht sich – denn früher oder später findet jeder Gedanke, jede Notiz im gleichen Kontext oder in einem völlig anderen Zusammenhang wieder zu uns zurück. Völlig kann man die Faszination des Augenblicks wohl nicht konservieren, nicht umsonst heißt es ja: „…genieße den Augenblick“, man kann aber trainieren, seine Bewertungsinstanz bewusst auszuschalten. Nils Bäumer nennt das den „Science Fiction Modus“ und in diesem Zusammenhang weiße ich auch gerne auf sein Buch „Die 7 Säulen der Macht – reloaded“ und auf seinen neuen PodCast ab Januar 2015 hin (www.nils-bäumer.de/podcast).

…*Augenzwinkernd*… Noch eine tolle Möglichkeit ist das sogenannte „Bierstorming“… Unzählige Unternehmen, Ideen, Techniken und Entscheidungen wurden durch und mit dieser Herangehensweise geboren. Man sollte diesen Modus allerdings sehr kontrolliert einsetzen, eventuell unter Aufsicht. Das hat den Vorteil, dass mehrere Bierstorm-Modi vereint sind und die Gedankenpower dadurch… Aber lassen wir das – vielleicht ein Thema für einen weiteren Beitrag.

Liebe Gedächtnis- und/oder Kreativitätstrainer und natürlich auch alle anderen Leute, die dieses Problem kennen, wenn ihr eine Lösung wisst, eine Technik anwendet um genau diesen „Zauber des Augenblicks“ zu erhalten, meldet euch bei mir: martin.kuebeck@all4education.de

Liebe Grüße

Martin Kübeck

Kreative Geschenkesuche

Auf der Suche nach dem passenden Weihnachtsgeschenk? Du siehst dich schon wieder an Heiligabend in der Kassenschlange bei Douglas stehen oder einen Gutschein im OBI kaufen?

Dann versuche dein Unterbewusstsein für dich kreativ werden zu lassen. Unbewusst verarbeiten wir jede Sekunde Millionen von Informationseinheiten, bewusst kommen davon aber nur ca. 40 an. Warum also nicht dein Unterbewusstsein für die Suche nach dem idealen Geschenk einspannen?

Dafür benötigt dein Gehirn als erstes ein emotional aufgeladenes Bild, mit dem es die Zielsuche starten kann. Stelle dir also vor, wie sich der Beschenkte über sein Geschenk freut, wenn er es auspackt. Dein Unterbewusstsein benötigt einen Impuls, um zu wissen, dass die Suche nach einem Geschenk genau für diese Person im Moment wichtig ist. Dann und nur dann wird es sich automatisch melden, wenn du zufällig an einem passenden Geschenk vorbeikommst.

Wer schon einmal ein Auto gekauft und sich vorab für Farbe und Marke entschieden hat, kennt dieses Phänomen. Plötzlich sehen wir ganz viele dieser Autos um uns herum. Natürlich waren diese schon vorher da aber jetzt haben sie eine Bedeutung für unser Unterbewusstsein und sobald wir eines wahrnehmen, dringt die Information ins Bewusstsein vor.

Drei Schritte zur unbewussten Geschenksuche:

  1. Mache dir ein Bild von der Person, die du beschenken willst und deren Vorlieben. Hier fängt die gehirntechnische Recherche an, die später für dich selektieren wird.
  2. Färbe dein Kopfkino emotional ein. Stelle dir vor, wie du dein geniales Geschenk überreichst oder es voller Freude geöffnet wird. Dieses Bild muss etwas in dir bewegen, eine Bedeutung haben.
  3. Gebe deinem Unterbewusstsein Raum und Zeit für dich zu arbeiten. Am 24. Nachmittags mit dieser Methode zu starten ist wenig erfolgsversprechend. Gebe dir Zeit, damit sich das Bild entwickeln kann.
  4. Bringe dich in Situationen in denen dein Unterbewusstsein Raum hat aber auch Anreize erhält. Gehe also ohne Ziel über einen Weihnachtsmarkt, blättere in Katalogen oder surfe im Internet. Aber nicht mit dem unbedingten Ziel das Geschenk zu finden, sondern, um deinem Unterbewusstsein Futter für die Lösung zu geben.
  5. Genieße den Geschenke-Gedankenblitz. Wenn du ihn hast, dann halte ihn schnell fest, denn er ist meistens flüchtig und trifft dich in Situationen, in denen du gedanklich entspannt bist. Unter der Dusche, beim Einschlafen usw.

Probiere es aus. Noch hast du zwei Wochen Zeit dazu.
Ich freue ich mich über Kommentare zu euren Erlebnissen – vielleicht entsteht daraus sogar den einen oder anderen Geschenktipp.

Und wenn es nicht klappt – dann sehen wir uns bei Douglas.

 

Podcast CoverMehr zum Thema „Bewusst unbewusst arbeiten“ und anderen Methoden dein kreatives Potential zu wecken gibt es ab Mitte Januar 2015 im Podcast „Synapsensprung® – Der Weckruf für Ihre Kreativität“ zu hören.

Wir müssen nicht kreativ sein…

…NOCH nicht.

In der deutschen Politik wird Kreativität oftmals als die letzte Chance für das Bestehen der deutschen Wirtschaft genannt. Und auch Unternehmen bekommen durch das öffentliche Meinungsbild den Eindruck, das sie kreativ (und daraus folgend auch innovativ) sein müssen, um zu überleben.

Ich bin nicht ganz dieser Meinung.
Wer mich kennt, fragt jetzt zu Recht: Waaaaas? Du als Kreativtrainer solltest doch gerade die Meinung vertreten, dass wir alle kreativ sein müssen.

Nein. Müssen wir nicht. Noch nicht.

Ein paar Gedanken vorweg. Kreativität ist die Eigenschaft, die uns Weiterentwicklung und Veränderung ermöglicht. Wir brauchen Sie aber nicht in allen Lebenslagen und nicht jederzeit. Für mich ist Kreativität eine bewusste Einstellung, eine bewusste Entscheidung dahingehend, dass ich meine Potentiale in diesem Bereich nutzen und verbessern kann und will. Es ist Arbeit für mein Gehirn und anstrengend. Aber ganz sicher gibt es Arbeitsschritte und Situationen, in denen ich meine Kreativität ebenso bewusst nicht nutze – soweit mir das gelingt.

Ungern würde ich von einem Piloten vor der Landung hören, dass er heute einmal ganz kreativ mit dem Wind landet oder eine seitliche Landungskurve mit anschließendem Donut auf der Piste austesten will. Und auch meinem Chirurgen empfehle ich vor der Operation am eigenen Körper nicht die kreative OP: „Versuchen sie es mal mit der anderen Hand, dass fördert nämlich die Kreativität“.

Ebenso gibt es Unternehmen, die in den kommenden Jahren mit einem passenden Preis / Leistungsverhältnis, einer hohen Qualität und „zuhörender“ Kundenansprache äußerst erfolgreich auf dem Markt bestehen werden. Umso weiter wir aber in die Zukunft schauen, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass dies allein nicht mehr ausreicht.

In der Zukunft wird sich unser Leben weiter beschleunigen, Veränderungen werden immer schneller umgesetzt und zur Gewohnheit. In diesem flexiblen Umfeld und mit dem Ziel ein Unternehmen auch in 100 oder 200 Jahren erfolgreich zu positionieren, brauche ich Kreativität. Wir kommen nicht darum herum, das kreative Potential der eigenen Mitarbeiter (und auch Kunden) zu nutzen und produktiv einzusetzen – es wird eine Voraussetzung.

Was für Unternehmen gilt, gilt auch für uns als Einzelperson. Wir leben in einer tollen Zeit, in der das Thema Kreativität immer mehr an Bedeutung gewinnt. Noch müssen wir unsere Kreativität nicht zwingend einsetzten und nutzen. Noch reicht es auch für uns, wenn wir ausreichend Faktenwissen sammeln und den Lehrmethoden von Schule und Universitäten folgen. Querdenker werden zwar gesucht, aber wenn wir sie gefunden haben, will sie keiner so richtig bei sich haben. Wir leben in einer Zeit, in der wir kreativ sein können.

Auch dies wird sich ändern. Mitte dieses Jahrhunderts werden nach heutigen Schätzungen annähernd 10 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Schon heute ist die Bereitstellung und Verteilung von Ressourcen eine Herausforderung, die nur bedingt funktioniert (und bedingt ist schon positiv formuliert). Die Herausforderungen an uns als Menschheit werden immer weiter wachsen. Herausforderungen, die einzelne Personen nicht mehr bewerkstelligen können, sondern für die wir die Kraft und den Einsatz der Menge benötigen.

Kreativität hat mit dazu geführt, dass wir vor diesen Problemen stehen. Denn Kreativität führt zu „positiven“ wie auch zu „negativen“ Erfindungen und Veränderungen. Die Kreativität von Einzelnen wird aber nicht ausreichen uns vor den Folgen aller industrieller Errungenschaften zu bewahren. Hierfür benötigen wir die Kreativität der Vielen.
Wir fangen bereits an in ersten Schritten damit zu arbeiten indem soziale Netzwerke, Crowdfunding Projekte, Open Innovation Plattformen usw. immer lebendiger werden. Toll.

Ich wünsche mir aber mehr. Ich wünsche mir das Fach Kreativität in unseren Schulen, ich wünsche mir Kreativität als eigenständiger Lehrstuhl an Universitäten. Nein, nicht Innovation und irgendetwas dahinter – nur Kreativität als Eigenschaft, als Fähigkeit, die es zu fördern und zu erforschen gilt.
Ich wünsche mir eine kreative Grundhaltung in der Bevölkerung, mit der jeder jeden Tag z.B. daran arbeitet seinen Stromverbrauch zu senken oder seine individuelle Müllproduktion zu verringern. Nicht, weil es dafür monetäre Anreize gibt, sondern weil er im kreativen Punkteranking mit seinem Nachbarn einen freundschaftlichen Wettstreit hat und diesen beim gemeinsamen Grillabend in der Nachbarschaft vergleicht wie heute schon einige ihren Klout Punktezahl. Warum gibt es eigentlich noch keinen Klout Score für Kreativität? Ich wünsche mir Menschen die täglich die Herausforderungen dieser Welt kreativ, individuell und im Team lösen, weil sie ihre Kreativität gerne und mit Begeisterung einsetzten, weil sie es so gelernt haben.

Noch können wir kreativ sein. In wenigen Jahren sollten wir kreativ sein. In einigen hundert Jahren müssen wir kreativ sein. Ich freu mich darauf.

Vortragsredner Nils Bäumer

„Möge die Kreativität mit Ihnen sein“ – Ihr Kreativitätskatalysator Nils Bäumer

Ich bin nicht kreativ …

Blogbeitrag von Stefan Reutter

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Ein Pissoir als Kunststück deklarieren, den Reichstag verpacken, die Baumstämme im Stadtzentrum mit buntem Garn einstricken: Solche Ideen gelten als hochgradig kreativ. Und sie sind es auch! Sie stammen auch alle von Weltklassekünstlern! Interessanterweise geht aber oftmals die Zuschreibung der Kreativität mit der Behauptung einher, man selbst käme nieeeee auf eine solche Idee – und sei folglich völlig unkreativ.

Solche „Ich-mach-mich-klein-Äußerungen“ bringen mich richtig auf die Palme. Denn ich bin überzeugt, dass jeder Mensch kreativ ist. Nur nicht jeder auf die gleiche Art und Weise.

Überlegen Sie mal, wer sind denn die sogenannten „Kreativen“? Die jungen, hippen Hornbrillenträger, die meditierend im bunten Think Tank ihrer Werbeagentur sitzen und brennende Mülltonnen sehen? Die Berliner, die wilde Happenings am Potsdamer Platz organisieren, und mit vierzig noch in ihrer WG wohnen – weil es im Leben ja um Kunst geht, und Geld unwichtig ist? Sind es Menschen wie Marcel Duchamp, Christo und Jeanne-Claude oder Marion Eichmann? Meine Antwort ist ganz klar Nein. Oder nicht nur.

Kreativität kann sich in Kunst äußern, ja. Aber sie kann auch ganz unkünstlerisch daherkommen. Vor allem bedeutet kreativ zu sein nicht unbedingt, wilde, künstlerische Dinge zu tun. Das sagt schon der Begriff. Das Lateinische „creare“ heißt so viel wie „etwas neu schöpfen, erfinden, erzeugen, herstellen“. Das geht nicht nur zu Hause am Herd, wenn Sie Zutaten auf völlig neuartige Weise mischen, sondern auch am Arbeitsplatz. Und zwar an jedem! Kreativ zu sein, bedeutet ja nichts anderes, als Dinge anders zu tun. Anders als andere. Anders als das, was schon da ist.

Die Frage ist nur: Unter welchen Umständen entsteht Kreativität? Ich habe zwei Settings identifiziert.

  1. Die Not

Seit über 16 Jahren gebe ich Seminare. Und seit über 16 Jahren nervt es mich, meine Flipcharts zusammengerollt zu lagern. Nach dem Auspacken hängen sie nie gerade! Eines Tages hatte ich die Nase voll. Ich habe mich umgeschaut, und vor mir stand ein fahrbarer Kleiderständer. Sofort machte es klick! So wie die Hemden faltenfrei daran hängen, so könnten auch meine Flips hängen! Also habe ich mir ein System gebastelt, um sie an Bügeln aufzuhängen und einen Karton an die Flipcharts geklebt, damit die nicht knicken. Eingespannt. – Verklebt. – Fertig. Später entdeckte ich übrigens, dass es die sogenannten „Flipchart-Butler“ fix und fertig zu kaufen gab…

Ob ich mit der Idee einen Kreativ-Award gewinnen würde? Wurscht. Fakt ist: Aus der Not heraus hatte ich mir eine wunderbare unkonventionelle Lösung geschaffen.

  1. Der Anspruch

Bei einem meiner Trainings – es ging um telefonische Terminvereinbarungen – hatte eine Teilnehmerin vortelefoniert, und ihre Kollegen konnten danach gar nicht anders, als laut und lange zu klatschen. Was war passiert? Sie hatte sich in den 15 Minuten Vorbereitungszeit sehr gute Gedanken gemacht. Und hat nicht nur eine extrem einfühlsame Sprache verwendet, sondern durch ihre Haltung, ihre Art und dem, was sie gesagt hat, auch 100% authentisch gewirkt. Da war Talent dabei, sicher, vor allem aber ein hoher Anspruch. Der Anspruch, eine Sache besonders gut zu machen.

Sie wollen, dass etwas besonders schön wird. Dass es sich besonders gut anhört. Dass etwas besonders gut funktioniert. Und dann hängen Sie sich rein. Dann entsteht etwas Ureigenes und ganz Besonderes. Und während Sie das tun, kommen Ihnen schon die nächsten Ideen, wie Sie es noch besser hinkriegen. Und dann sind Sie mitten drin, in einem kreativen Prozess. Sie sind im Flow. Dazu müssen Sie nun wirklich kein kiffender Künstler sein.

Also: Not oder Anspruch? Eins von beiden brauchen Sie, um kreativ zu sein. Sehen Sie jetzt, warum Kreativrunden so selten fruchten? Not oder Anspruch gibt es nicht auf Knopfdruck. Aber den Anspruch können Sie kultivieren. Je nachdem, wie Sie an eine Sache rangehen, können Sie kreativ sein – oder eben nicht.

Oh und noch was: Lassen Sie sich bitte nicht weismachen, es wäre ja wohl völlig klar, was kreativ ist – und was nicht.

Kreative Autoresponder

Zum Thema Autoresponder wurde schon einmal in der Rubrik „Kreativ durch die Schwangerschaftsdemenz“ geschrieben aber das Thema brennt mir wieder unter den kreativen Nägeln.

Da ich momentan verschiedene Einladungen zu offenen Veranstaltungen versende (VORSICHT EIGENWERBUNG: 13.11. Stuttgart und 18.11. Bremen), erhalte ich auf Emails sehr oft Nachrichten von Autorespondern. Wir kennen sie alle und die meisten von uns nutzen ihn selbst. Aber dem Wächter der höflichen Kommunikation stellt es dabei immer noch die Rückenhaare auf.

Natürlich soll ein Autoresponder vor allem informieren. Der Absender will mitteilen, wann er wieder erreichbar ist und eventuell wird noch ein zweiter Informationskanal, sprich ein anderer Ansprechpartner genannt. Vor kurzem meinte eine Workshopteilnehmerin dazu: „Die wollen doch einfach nichts arbeiten, darum wälzen sie die Nachricht auf jemanden andren ab“. Nun, ich bin nicht dieser Meinung und denke vor allem nicht, dass wir hinter allem das Negative und schlimmste suchen und erwarten sollten. Wer natürlich immer schwarz sehen will, muss nur sein Loch tief genug graben – aber das ist ein anderes Thema.

Warum kann die Antwort aber nicht auch kreativ sein? Warum ist es nicht gleichzeitig das Ziel, dem Kommunikationspartner ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern? Und es ist und bleibt ein Kommunikationspartner – auch wenn die Nachricht in meiner Abwesenheit versendet wird.

Trotzdem lesen wir von nackten Tatsachen ohne jegliche persönliche Note:
„Bin nicht da.“
„Am xx.xx.2014 zurück.“
oder das klassische „Mails werden nicht gelesen. Melden Sie sich nach meiner Rückkehr wieder.“

Liebe Verfasser, auch wenn diese Nachricht eine Maschine versendet, sind Sie es der sie geschrieben hat. Und ich als Leser verbinde die Nachricht mit Ihrer Person. Wenn dort kein Hallo, keine Grüße, mangelnde Informationen enthalten sind, dann sammeln Sie kaum Pluspunkte.

Warum sollte ein Autoresponder nicht so formuliert sein, dass er mich neugierig macht? Das er mich innerlich auffordert, mich sofort nach der Rückkehr des Senders wieder zu melden? Oder das ich mich gemeinsam mit dem Absender über seinen Urlaub, sein Abenteuer freuen kann. Aber vor allem – warum sollte er nicht auf das Angebot, die Expertise hinweisen, die ich selbst habe und anbiete?

In einem Workshop haben wir dazu die Kopfstandmethode eingesetzt. Die „gedrehte“ Eingangsfrage lautete: „Wie gelingt es, dass unser Autoresponder dermaßen abschreckt, um jeglichen Kontakt für immer anzubrechen und dafür zu sorgen, dass der Empfänger auch sein Umfeld vor uns warnt.“
Durch dieses extreme Denken ins negative (die genannten schwarzen Löcher von oben) gelingt es oftmals außergewöhnlichere Ideen zu sammeln, schneller außerhalb der bekannten Wege zu denken.
Nach dieser ersten „bösen“ Denkeinheit arbeitet man mit den gesammelten Ideen weiter, lässt sich von ihnen inspirieren, assoziiert und dreht sie wieder ins positive. Und ja, es funktioniert.

Eine PR-Beraterin wird ihren Responder in Zukunft als Pressemeldung im Tickerstil verfassen.
„Bremen, 16.10.2014
Mit sofortiger Wirkung, reiste Frau XXX heute in ein bekanntes Erholungsgebiet. Aufgrund der Notwendigkeit zur Erholung und eingeschränkter Kommunikationsmittel, werden wir nur vereinzelt Nachrichten aus dem Gebiet erhalten…. usw.“

Ein Trainer und Coach für Führungskräfte wird über den Grund seiner Abwesenheit in Bezug zum Thema Führung sprechen. Und das kann sein, dass seine Führungskraft, sprich Ehefrau die Kommunikationsmittel im Urlaub strikt reduzieren will.

Ich selbst nutze die kreative Kraft des Gehirns meiner Leser: „Dnen Abhiewneset knan man acuh keraitv furmlieroen“.

In diesem Sinne. Nehmen Sie sich etwas Zeit für Ihren Autoresponder und überlegen Sie, wie Sie sich damit von anderen Anbietern, vom Markt positiv unterscheiden können. Er hat es verdient.

Möge die Kreativität mit Ihnen sein – Ihr Kreativitätskatalysator Nils Bäumer

 

Direktresponse für Vortragsredner

Seit ca. 2 Jahren stehe ich als professioneller Vortragsredner auf der Bühne. Davor stand ich in über 15 Jahren als Trainer, Eventmanager und natürlich auch als Referent vor verschiedenstem Publikum. Von 4 bis über 1.000 Personen, vom Vorstand bis zur Gruppe angetrunkener Außendienstler – es war so einiges dabei.

Die prägendste Erfahrung habe ich aber vor kurzem beim GSA Schultag gemacht, als ich mit meinen Kollegen Emanuel Koch und Roberto Wendt vor 220 Schülern der Klassen 8 bis 10 einen Vortrag halten durfte.

Ganz ehrlich, wer es vor diesem Publikum schafft, schafft es vor jedem.

Natürlich ist mir klar, dass nicht jedes Thema für jede Altersgruppe geeignet ist. Und natürlich hängt der Erfolg eines Vortrages auch stark vom Setting, also der Umgebung und den begleitenden Umständen ab. Trotzdem haben mich die unterschiedlichen Reaktionsformen zwischen Erwachsenen und Jugendlichen stark beeindruckt.

Ein Beispiel, dass einige Speaker Kollegen eventuell kennen. Ich empfand es immer etwas leichter, vor einem Publikum zu sprechen, dass aus eigenem Antrieb zu einer Veranstaltung kommt, als vor „geladenen“ Mitarbeitern. Und ich finde dies auch nachvollziehbar. Auf der einen Seite kommt ein Zuschauer mit der Einstellung zum Vortrag, dass er jetzt gut unterhalten und informiert wird, sonst müsste er ja nicht kommen und vielleicht hat er ja sogar dafür gezahlt. Auf der anderen Seite wurde einem Menschen vorgegeben, wann er wo zu sein hat und eventuell hält ihn unser Vortrag von etwas wichtigem ab. Natürlich sollten wir es als Profis schaffen beide zu begeistern, die Voraussetzungen bei Gruppe eins sind aber etwas erleichtert.

Nun durfte ich den ultimativen Direktresponse erleben. Eine Gruppe Jugendlicher, die so ganz anders reagierte als gewohnt. Wenn man normalerweise fragt, ob jemand auf die Bühne geht (so wie es Emanuel tut), dann rutschen Erwachsene etwas tiefer in die Sessel, um ja nicht aufgerufen zu werden. Bei unseren Schülern sprangen sofort fünf auf und über 30 Hände streckten sich nach oben. Ein Schüler war schon halb auf der Bühne und musste wieder zurück gebeten werden.

Wo liegt der Unterschied? Diese jungen Erwachsenen reagierten sofort und ohne nachdenken auf die Botschaft, die gesendet wurde. Bühne? Lust? Klar! Also los, um ja erster zu sein.

Wir Erwachsene lassen die Botschaft erst einmal sacken, denken darüber nach, wälzen sie etwas in unserem eigenen Meinungsbild und fangen dann langsam an zu reagieren. Vielleicht kommt ja bis dahin auch etwas dazwischen und wir sind nicht mehr dran.

Ich blende in meinem Vortrag ein Bild mit der Überschrift Begeisterung ein. Normalerweise liest mein Publikum das Wort, verarbeitete es und setzt es in den eigenen Kontext. Dann wird abgewartet was der Redner denn nun darunter versteht. Unsere Jugendlichen lasen das Wort und fingen an sich gegenseitig begeistert auf die Schultern zu klopfen. Ein tolles Bild, nur zugehört hat mir in diesem Moment niemand mehr.

Bild von Alexander Flögel
Bild von Alexander Flögel

Im Gegenteil, umso mehr Energie ein Sprecher in den Raum gab, umso unruhiger wurde die Gruppe, da sie mit der Energie sofort wieder heraus wollte, sich bewegen, sprechen. Es waren anders als erwartet viel mehr die ruhigen Töne erfolgreich, die fesselten und einbezogen.

Mein Fazit: es war ein tolles Erlebnis. Und es war extrem anstrengend. Ganz ehrlich, jeden Tag möchte ich das Publikum nicht vor mir haben.

Aber es war sehr lehrreich, für mein Verständnis zu meinen eigenen Botschaften. Welche Bilder in den Köpfen der Menschen erzeuge ich, welche Botschaften gebe ich? Denn dieses Publikum hat sich zu keiner Zeit verstellt. Zu jedem Input, kam der direkte Output. Direktresponse oder Aktion = Reaktion, wie immer ihr es nennen wollt.

Meine eindeutige Empfehlung. Haltet immer wieder einmal einen Vortrag vor Jugendlichen – passt euren Vortrag vorher darauf an und erlebt den Unterschied. Wir können viel daraus lernen.

Was dies mit Kreativität zu tun hat? Diese Direktheit im Denken, die Gabe dem Impuls zu folgen, das ist die kindliche Denkweise, die wir auch in der Ideenfindung benötigen und uns aneignen sollten.

Entsanden Sie Ihr Gehirn.

Ein humorvoller Aufruf zur Kreativität von Bettina Hofstätter.

Ich weiß ja nicht wie es Ihnen geht, aber Kreativität ist und war nie mein Ding! Ich meine die, bei der man was-auch-immer in die Hand nimmt und was Hübsches draus zaubert. Der kleine Sorgenfresser, den ich vor kurzem begonnen habe zu nähen, sieht eher aus wie ein Monster. Da hätten selbst die Sorgen Bedenken reinzusteigen. Mit Malen sieht’s ähnlich aus: ich kriege schon fast Schweißausbrüche, wenn meine kleine Tochter ein Bild von mir gemalt haben möchte. Das gewünschte Pferd sieht dann eher aus wie ein Hängebauchschwein. Also mit Talent ist an der Ecke bei mir nicht viel zu holen und um die Fähigkeiten auszubauen fehlt mir schlichtweg die Leidenschaft!

Wenn es allerdings um geistige Kreativität geht, sieht das ganz anders aus. Was ich damit meine? Haben Sie mal wirklich bewusst wahrgenommen, was in Ihrem Umfeld geschieht? Mit welchem Ideenreichtum Menschen ans Werk gehen, Impulse annehmen und umformen, Dinge kombinieren bis sie was ganz anderes darstellen, ausgefeilte Lösungen erarbeiten, anders handeln als andere das erwarten, eingefahrene Denkprozesse in andere Bahnen lenken? Dafür kann ich mich begeistern. Diese Form des kreativen Denkens und Handels fasziniert mich. Wofür Menschen brennen und ihr Herz geben.

Und dafür gibt es so viele unzählige Beispiele – nehmen wir mal den Empfang „unserer“ WM–Jungs in Berlin. Was ist das denn für eine coole Idee, den Weltmeister-Titel der Mannschaft auf der Bühne WG-weise zu feiern? Was für eine tolle Einladung,  jeden einzelnen von uns für kurze Zeit am brasilianischen WG-Leben teilhaben zu lassen!

Kreativität ist einfach, wenn man sie einfach lässt. Und jeder von uns kann es (wieder) lernen, vorausgesetzt er will es. Meines Erachtens erfordert es primär ein sandfreies Getriebe: Kopf aus dem Sand ziehen, kräftig schütteln und nach vorne schauen. Wer den ganzen Tag gestresst durch’s Leben hetzt, Scheuklappen auf hat und sich von anderen steuern lässt, hat schlechte Karten. Der, der Impulse sucht, anderes Gedankengut zulässt und lernt neue Dinge in sein Leben zu lassen, lernt auch wieder diese kreativ in sein Leben einzubauen – Tag für Tag.

Déjà-vu? Sollten Sie Kinder haben, freuen Sie sich doch mal wieder mit ihnen über deren Kreativität. Derer haben sie nämlich im Überfluss – vorausgesetzt man presst sie nicht wie Sardinen.

Wann haben Sie zuletzt eine lustige, sinnlose Idee umgesetzt? Einen Tag in Ihrem Leben völlig anders gestaltet? Sich ehrlich für jemanden interessiert? Eine außergewöhnliche Problemlösung erarbeitet?

Oder vielleicht sind Sie auch eher kreativ im Ausreden erfinden. Sie alleine entscheiden das! Und seien Sie sich dabei eines gewiss: Niemand außer Ihnen hat ein größeres Interesse daran, ob Sie was ändern. Wie sagt man so schön: „Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont“. Und dass es hinter’m Horizont auch noch spannend ist, davon bin nicht nur ich überzeugt. Herzlich Willkommen in der Welt der (unbegrenzt) kreativen Möglichkeiten.

Bettina Hofstätter

Anerkennung kommt von Erkennen

Was der WM Gaucho-Tanz mit Kreativität zu tun hat.

Anerkennung und Wertschätzung sind für Kreativität essentiell. Sowohl nach außen, anderen Personen und Ideen gegenüber, als auch nach innen, mir selbst und meinen Ideen gegenüber.

Nach innen bedeutet es, Wertschätzung für die eigenen Fähigkeiten zu zeigen und Stolz auf eigene Ideen zu sein. Dadurch entwickelt sich die notwendige Standfestigkeit bei Kritik und Gegenwind kreativ zu bleiben und an eigenen Ideen fest zu halten.

Anerkennung und Wertschätzung im Alltag nach außen zu geben und zu leben bedeutet nicht alles zu loben, was Ihnen über den Weg läuft. Es bedeutet, positive Dinge bewusst wahrzunehmen und anzusprechen, wenn sie Ihnen gefallen. Positives zu sehen ist bereits eine innere Einstellung. Wenn ich mich auf Negatives konzentriere, dann werde ich auch Negatives sehen. Für unsere Kreativität bedeutet es, uns auf Positives und Gelungenes zu konzentrieren – bei anderen, aber besonders auch bei uns selbst.

In meinen Vorträgen mache ich gerne eine kleine Zwischenübung, bei der sich die Teilnehmer wohlwollend auf die Schulter klopfen und dabei laut sagen: „Schön, dass du da bist.“ Um etwas Energie nach längerem Sitzen in den Raum zu bringen und die Runde aufzulockern. Weh getan hat die Übung dabei noch nie jemanden.

Viel interessanter ist allerdings die anschließende Frage nach der Augenfarbe des wohlwollend Gelobten. Maximal 15% der Teilnehmer können anschließend sagen, welche Augenfarbe der Partner hatte, dem sie gerade auf die Schulter geklopft haben. Ganz normal, denn wir sehen in den meisten Fällen nicht genau hin.

Anerkennung kann aber nur dann erfolgen, wenn wir gutes auch „erkennen“ also wahrnehmen, dies ist der erste Schritt zur echten Wertschätzung.

Und was hat das mit dem Gaucho-Tanz unserer Weltmeister zu tun?
Um eine Situation zu bewerten, sollte man richtig hinsehen. Man sollte weder einfach ein Schulterklopfen verteilen ohne den Menschen in die Augen zu sehen, noch sollte man mit verbalen Knüppel drauflosdreschen ohne die Menschen und die Emotionen hinter der Situation zu sehen. Und wenn wir einen Blick in die Augen der entsprechenden Spieler im Moment ihres Tanzes geworfen hätten, dann wäre dort sicher nicht Häme über den Gegner,  sondern Freude am eigenen Erfolg zu sehen gewesen. Die Diskussion, ob der Tanz angemessen war oder nicht überlasse ich gerne anderen. Die auslösende Intention aber war Freude und die Lust zu feiern. Und das ist in diesem Bezug für mich entscheidend.

Noch ein Trainingstipp zu deiner Kreativität. Versuche einen Tag lang bei jedem Menschen die Augenfarbe bewusst wahrzunehmen mit dem du sprichst und Kontakt hast. Kollegen, Freunde aber auch Busfahrer, Bedienungen und Kassierer (natürlich alles in der weiblichen und männlichen Version gemeint).

Du wirst wortwörtlich sehen, dass sich deine Kommunikation dadurch verändert. Und wer weiß, vielleicht nimmst du genau die Dinge wahr, die dir einen entscheidenden kreativen Impuls auf dem Weg zur Lösung deiner Aufgaben liefert.

Auge mit Feuer

Kreative Hilfe in Uganda

Ein toller Erlebnisbericht von meinem guten Freund Jan Rohwer.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter der Facebookseite „Ein Basketballplatz für Kinder in Kisugu-Uganda.“

Basketball ist eigentlich nicht mein Ding. Die Körbe hängen viel zu hoch für einen Menschen mit so unfassbar spärlich ausgestatteter Sprungkraft. Wenn dann auch noch die Eleganz fehlt, die man für diesen Sport eben braucht, und man stattdessen nur über die Hand-Augen-Koordination eines Regenwurms verfügt, muss man es irgendwann einfach einsehen. Glücklicherweise trat dieses Einsehen bei mir schon ziemlich früh im Schulsport ein. Und das auch noch mitten in den 90ern im großen Basketballfieber. Dennoch sollte im vergangenen Dezember der Basketball eine ziemlich große Rolle einnehmen.

Ein ziemlich guter Freund von mir, bei dem ich hoffe, dass seine Basketballfähigkeiten im Schulsport positiver ausgeprägt als meine waren, bereiste Ende 2012 den Osten Afrikas. Als er zurückkam, erzählte er mir von einer Bekanntschaft, die er dort gemacht hatte. Es ist die Geschichte eines Lehrers aus Kampala, der Hauptstadt von Uganda. Dieser besagte Lehrer heißt Lawrence und hatte von seinem vor ein paar Jahren verstorbenen Vater ein Stück Land in einem etwas heruntergekommenen Teil des östlichen Kampalaer Stadtrandes geerbt. Und damit wollte er etwas anfangen. Er selber als unglaublich enthusiastischer Basketball-Fan wollte auf seinem Grund einen Basketballplatz errichten, um Trainings für die dort mehr oder weniger ansässigen Kinder zu geben. Als positiver Effekt neben dem Sport sollen die Heranwachsenden Dinge lernen, die für unsereinen eigentlich nicht minder selbstverständlich sein sollten:

Pünktlichkeit. Disziplin. Lernwille. Aufklärung. Teamgeist. Hinfallen, Aufstehen und Weitermachen. Niederlagen akzeptieren.

Was aufgelistet nun ein wenig militärisch klingt, bekommen viele der Kinder dort kaum mit, da die meisten wie in vielen ärmeren Regionen auf der Welt kein Geld für einen Platz auf der Schulbank haben. Für Lawrence und auch nach unserer Überzeugung stellen diese Sachen aber die Bausteine für eine Chance in ein halbwegs sicheres Leben abseits der Selbstaufgabe, Drogen, Alkohol und schlussendlich der Kriminalität dar.

Wie so oft fehlte wieder einmal das nötige Geld, um dieses Projekt zu realisieren. Der Plan war da, die nötigen Materialien mengentechnisch benannt und notwendige Arbeitsschritte geplant. Auf die Nachfrage, wie viel denn der Basketballplatz auf Grundlage des Plans geschätzt kosten soll, nannte Lawrence einen Preis, der zwar hoch war und mit Sicherheit mehr als das doppelte seines Jahresgehaltes betrug, aber für den in hiesigen Breitengraden eine Baufirma wohl nicht einmal leise darüber nachdenkt, eine Baustelle dieser Größenordnung überhaupt erst einzurichten.

Wieder zuhause angekommen erzählte mein Freund mir von seinen Erlebnissen und natürlich auch von Lawrence. Auch von seinem Entschluss, das Geld innerhalb eines Jahres durch Spenden zusammenzubekommen und dann selber noch einmal nach Uganda zu reisen, um dabei zu helfen den Basketballplatz zu bauen. Als er mir dann erzählte, dass er höchstwahrscheinlich dabei Hilfe braucht und mich fragte, ob ich ihm nicht dabei helfen könne war ich im Boot.

Das Geld hatten wir innerhalb eines Monats zusammen, was für uns sensationell war. Denn mit leeren Händen wollten wir in Uganda nicht aufschlagen, und schon gar nicht zurückkommen. Ein paar Wochen später saßen wir im Flieger, um den Basketballplatz zu bauen.

Und was hat das nun alles mit Kreativität zu tun? Ein paar Zutaten zu mischen und den daraus entstandenen frischen Beton auf ein paar Quadratmeter vorbereiteten lehmigen Untergrund zu schütten klingt so, als würde es auf der Welt unglaublich oft am Tag passieren. Tut es auch. Der eigentliche Kniff lag woanders:

Die Uhren ticken in anderen Ländern einfach ein wenig bis komplett anders. Uganda ist in dieser Skala wohl eher bei „hauchdünn-vor-komplett“ einzuordnen. Wir hatten viele Verwandte, Freunde, Bekannte und auch uns bis dahin unbekannte Menschen, die uns für dieses Vorhaben einzig wegen unseren etwas vagen Erzählungen und Vorstellungen, aber natürlich auch unserer Begeisterung, vertraut und viel Geld gespendet hatten. Unsere Zeit in Kampala war mit etwas mehr als zwei Wochen noch sportlicher angesetzt als das eigentliche spätere Treiben auf dem Basketballplatz. Mit leeren Händen wollten und konnten wir nicht zurückkommen. Auf der anderen Seite hatten die Ugander um Lawrence, und er selber offenbar auch, wohl nicht mit so einem straffen „Bauzeitenplan“ gerechnet. Es stellte sich bereits nach dem zweiten Tag heraus, das es die größte Herausforderung, aber auch das Interessanteste und Lehrreichste des Projekts sein sollte, diese beiden verschiedenen Denkweisen immer wieder erneut zu erörtern und unter einen Hut zu bringen, um am Ende das positive Ergebnis zu erhalten, was es schlussendlich auch geworden ist.

Leider konnten wir der Fertigstellung selber und dem ersten Training nicht beiwohnen, da die Zeit von zwei Wochen nicht ausreichte. Mittlerweile ist der Basketballplatz aber fertig gestellt, und Lawrence hat uns ein paar Bilder vom Spielbetrieb geschickt. Egal wie eng, oder gerade eben nicht, man diesem Sport verbunden war, beim Betrachten der Bilder gerät das sehr schnell in den Hintergrund.

Der fertige Platz
Der fertige Platz
Der Platz in Benutzung.
Der Platz in Benutzung.

Allein bin ich kreativ

Meine Kreativität findet sich nur in mir selbst

Ein Beitrag von Vito Lupo (Preisträger bei den Zauberweltmeisterschaften). Übersetzt, editiert und eingereicht vom InSzeneMagier Thorsten AbraXas Ophaus.

In unserer heutigen Lebensform prasseln ständig fremde Ideen, Vorstellungen und Glaubenssätze auf uns ein. In einer Tour sind wir damit beschäftigt Nachrichten, Werbung, Blogs und Kaufempfehlungen danach zu bewerten, was zu uns passt und was wir ablehnen. Dabei bleibt kaum Raum für unser eigenes kreatives Schaffen, denn um sich der Kreativität zu öffnen, braucht es ein gewisses Maß an Abgeschiedenheit. Meine besten Gedanken, Zauberroutinen, Erfindungen und Ideen hatte ich in Abgeschiedenheit. Wenn Sie die Angst im kreativen Prozess allein zu sein überwunden haben, dann kann Kreativität den Platz einnehmen. Denn nur, wenn ich mich alleine mit einem Thema beschäftige, finde ich dazu in mir selbst Wahrheit, Schönheit und Seele.

Einige der berühmtesten Philosophen unternahmen täglich Spaziergänge, auf denen Sie dann Ihre philosophischsten Gedanken bekamen. Also erhebe Sie sich von Ihrem Stuhl vorm Computer und unternehmen einen netten Spaziergang durch die Nachbarschaft. Atmen Sie und zwingen Sie Ihre Gesichtsmuskeln zu einem Lächeln. Sie werden über die wundersamen Gedanken, die nur darauf warten sich Ihnen zu zeigen, überrascht sein, denn dabei denken Sie frei von täglichen Ablenkungen. Also probieren Sie es gleich aus!

Kreativität ist wie ein Muskel, der regelmäßig trainiert werden will. Es braucht Hingabe um Gedanken und Gewohnheiten zu ändern. Setzen Sie sich Ziele, erbitten Sie sich Hilfe von Anderen und nutzen Sie täglich etwas Zeit alleine, um Ihre Kreativitäts-Fähigkeiten zu steigern. Konzentrieren Sie sich darauf negative Gedanken und Selbstkritik, die Ihre Entwicklung der Kreativität beeinträchtigen, zu vermeiden. Positive Laune beflügelt Kreativität!

Also los jetzt: Planen Sie Zeit ein allein zu sein, spielen Sie, Lachen Sie und begeistern Sie die Welt mit Ihrer Kreativität.

Mehr Informationen zum InSzeneMagier AbraXas unter http://www.inszenemagier.de

Lernen Sie von der Kreativität in der Zauberei

Kreativität kann und will gelernt sein

Ein Beitrag von Vito Lupo (Preisträger bei den Zauberweltmeisterschaften). Übersetzt, editiert und eingereicht vom InSzeneMagier Thorsten AbraXas Ophaus.

Die Wissenschaft der Kreativität in der Kunst ist noch relativ jung. Bis zur Epoche der Aufklärung waren immer höhere Kräfte an inspirierenden Werken beteiligt. Kreativität entstand durch den Kuss der Muse oder das Wort Gottes, dass eingehaucht wurde. Bis heute wird die Quelle der Kreativität von vielen Zauberern ignoriert. Dabei ist es alles andere als Zauberei.

Viele Informationen sind der beste Weg Kreativität zu entwickeln. Studieren und Forschen gibt uns ein tieferes Wissen, so dass wir leichter neue und innovative Ideen und Lösungen finden können.

Statt aber nur gezielt kreativ zu sein, können Sie auch schon gleich am Morgen die Kreativität begrüßen, noch bevor Sie die Zähne putzen oder Emails checken. Auch wenn es für einige unmöglich zu sein scheint.

Schon in „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll heißt es: „Ich kann nicht an unmögliche Dinge glauben.“, sagt Alice. Da erwidert die Königin: „Ich wage zu sagen, dass Du wohl nur wenig Übung hattest. Wie ich in Deinem Alter war, übte ich immer für eine halbe Stunde. Teilweise glaubte ich bereits vorm Frühstück an sechs unmögliche Dinge.“

Diesem Beispiel folgend, fordere ich Sie auf, morgen früh noch vor dem Frühstück in diese positive Richtung zu beginnen. Fangen Sie an, an sich zu glauben und träumen Sie, was Sie und Ihre Zauberkunst erreichen können, wenn Sie frei und kreativ sind.

Hier meine Empfehlung für dieses kreative unternehmen: Benutzten Sie ein Notizbuch, um Ihre kreativen Prozesse und Ideen fest zu halten. Dieses Journal ermöglicht einen Blick zurück auf das Erreichte und hilft bei der Suche nach möglichen Lösungen. Dazu finden Sie darin Inspirationen für später.

Für den Start des kreativen Unternehmens legen sie sich ein Notizbuch parat und ziehen das folgende Experiment eine Woche lang durch. Jeden Morgen schreiben Sie sechs Punkte auf, die Sie heute mit Ihrer Zauberkunst für unmöglich halten, und das ohne Einschränkungen. Greifen Sie nach den Sternen und erdenken Sie das Unmögliche. Je mehr Gedanken Sie aufschreiben, desto vertrauter werden Sie mit dem Prozess des kreativen Denkens. Manchmal braucht es nur einen Funken kreativer Vorstellungskraft, um sich andere Realitäten zu erschaffen. Aber um damit anzufangen, braucht es Übung und Hingabe.

Für alle, die jetzt denken ‚mit Zauberkunst habe ich nichts am Zylinder‘, sei gesagt: Wir alle sind Zauberer auf dem eigenen Gebiet. Oft wundern sich unsere Mitmenschen, wie wir etwas getan haben. Für welche außergewöhnlichen Ideen sind Sie bereit? Wie viele unmögliche Dinge haben Sie heute schon erdacht? Sind Sie gerade kreativ?

Mehr Informationen zum InSzeneMagier AbraXas unter http://www.inszenemagier.de

In Action
Zauberei live

Wenn Kreativität im Traum zuschlägt

Sie wachen nachts auf und hatten im Traum eine geniale Idee. Eine Idee, die die Welt oder Ihr Business, Ihr Liebesleben oder sonst irgendetwas von immenser Wichtigkeit radikal verbessert. Voller Vorfreude schlafen Sie mit einem dicken Grinsen wieder ein.
Am Morgen wachen Sie auf und das einzige, an das Sie sich erinnern können ist, dass Sie eine grandiose Idee gehabt haben. Leider nicht mehr, was diese grandiose Idee war.

Vielleicht haben Sie das schon einmal erlebt und sich dann mit einem Notizblock und Kuli gewappnet. Schließlich soll es Ihnen nicht wieder passieren, eine grandiose Idee zu verpassen.

Mir ging es vor zwei Jahren so. Nachdem mir nachts die geniale Marketingidee gekommen war hatte ich am Morgen keinen blassen Schimmer mehr. Also kam die Papier und Bleistift Methode zum Einsatz. In den ersten Monaten staubte der Block einfach nur ein. Aber dann war es wieder so weit: eine Idee suchte mich im Traum oder Halbschlaf heim. Schnell das Licht angeknipst, dabei den Wecker zu Boden geworfen, die Batterien wieder eingelegt, die Fragen der aufgewachten Partnerin ignoriert und die Genialität zu Papier gebracht.

Am nächsten Morgen war es dann so weit. Stolz blicke ich auf meinen Block und sah tatsächlich das Ergebnis meiner nächtlichen Inspiration: ein wildes Gekritzel und  sinnlose Satzfragmente. Ich konnte mir überhaupt keinen Reim auf die Hieroglyphen machen.

Dadurch habe ich eines gelernt: wenn einen die Kreativität einfach so überkommt, kann das tagsüber noch in Ordnung sein. Nachts kann zumindest ich es vergessen. Solange ich hier im Blog keine sinnvollen Ideen erhalte, wie die nächtliche Genialität auch produktiv genutzt werden kann, muss ich mich weiter tagsüber hinsetzen und mir die Gags für meine Vorträge bei wachem Verstand und unter Einsatz legaler Drogen wie Gummibärchen und koffeinfreier Cola-Light hart erarbeiten.
Zumindest schlafe ich wieder durch. Und wenn mich die Kreativität im Schlaf überrascht, schlafe ich mit dem guten Gefühl wieder ein, das ich mir nichts merken muss. Ist morgen früh eh nur Quatsch.

Dr. Jens Wegmann www.comedy-redner.de

Dr. Jens Wegmann in Action
Dr. Jens Wegmann in Action

Kreativität auf Knopfdruck

Kennen Sie dieses Gefühl der Leere im Kopf, wenn man eine wirklich kreative Idee, einen neuen Claim, eine zukunftsweisende Lösung oder neue Strategie braucht? Da kann man lange auf den inneren Knopf im Kopf drücken. Es passiert vermutlich nichts.

Kreativität braucht Raum. Zuerst mal Frei-Raum im Denken, dann aber auch weiten Raum für die Individualität und Zutrauen in die eigene Person. Kreativität entsteht, wo Stille, Achtsamkeit, Muße einen Platz haben. Die Fähigkeit, ganz präsent zu sein. Nicht außer sich, sondern zutiefst bei sich sein, das ist in der zunehmend multioptionalen Gesellschaft ein echtes Kunststück. Lebenskunst pur!

Sir Ken Robinson, anerkannter Bildungsexperte und inspirierender Redner, macht in TED-Talks, in E. Wagenhöfers Dokumentarfilm alphabet und in seinem lesenswerten Buch „The Element“ darauf aufmerksam, dass Kinder nahezu genial in Bezug auf Kreativität sind. Die erschreckende Erkenntnis von Langzeitstudien zeigt, dass diese Fähigkeit, kreativ zu denken sprunghaft abnimmt. Es stimmt was nicht in unserem Bildungs- und Lernsystem, wenn der Verlust von Kreativität System hat.

Kreativität darf nicht die Ausnahme, es muss die Normalität unserer Denkprozesse sein damit wir als Gesellschaft in Zukunft bestehen können.

WAS wir lernen prägt unseren Wissensvorrat, aber WIE wir lernen prägt unser Denken. Das ist entscheidend. Wir müssen Fehler machen dürfen, um irgendwann etwas wirklich Einmaliges zu entwickeln.

Stille als Kraftfeld, Fehlertoleranz als Ressource und die kindliche Lust am Entdecken – eine innere Neugier auf Leben – dies steht mir täglich zur Verfügung. Ein Spaziergang in der frischen Januarluft, mutig einer neuen Idee Taten folgen lassen und mit wachen Augen das Leben um mich herum wahrnehmen. Aus diesen Quellen entsteht Fülle von Kreativität – vielleicht nicht auf Knopfdruck, aber fließend, sprudelnd und ohne zu versiegen.

Stark im Leben? Das geht!

http://www.hopeandsoul.com

Beate Hofmann

5 Kernaussagen zu Kreativität

Kreativität ist Science Fiction: Für richtig ausgefallene Ideen sollte man den Science Fiction Modus einschalten und die Frage nach der Machbarkeit ausschalten.

Eine Idee ohne Begeisterung ist wie Sex ohne Partner. Es kann ganz nett sein aber es wird nie außergewöhnliches daraus entstehen.

Ideen entstehen in den Köpfen von Einzelnen – Innovationen aber werden von Teams umgesetzt. Beides zusammenzubringen ist die Aufgabe erfolgreicher Unternehmen.

Wir alles sind kreativ. Wir benötigen oftmals aber wieder etwas mehr Vertrauen und Begeisterung in und für die eigene Kreativität, um erfolgreiche Ideengeber zu werden.

Innovative Unternehmen geben Mitarbeitern im ersten Schritt den Freiraum im Science Fiction Modus zu denken und zu arbeiten. Im zweiten Schritt unterstützen sie Ideengeber und Teams mit den notwendigen Strukturen und Ressourcen zur Umsetzung.