Archiv der Kategorie: Projekterlebnisse

Geschichten und Erlebnisse zu unserem Projekt „Kreativ durch die Schwangerschaftsdemenz“

Freundliche Grüße mit Wortassoziation

Beim Projekt „Kreativ durch die Schwangerschaftsdemenz“ standen wir zum Zeitpunkt dieser Frage zwei Wochen vor der Storchlandung (das weiß ich natürlich erst heute :-)).

Eine Befürchtung von Schatzi war es, den Kontakt in Ihr Berufsleben zu verlieren. Gleichzeitig, wollte Sie aber gerade zum Start in das Abenteuer Kind 2 nicht zu viel arbeiten.
Ich bin der Meinung, dass Kunden und Partner am besten reagieren können, wenn sie die Situation kennen und das eigene Verhalten darauf einstellen können. Wenn ich weiß, welches Abenteuer bei meinem Gesprächspartner bevorsteht, bzw. dass der Storch bald landen wird, kann ich darauf reagieren. Projekte evtl. zurück stellen oder auch eine andere Lösung für mein Anliegen sorgen.
In der heutigen Zeit der ständigen Erreichbarkeit sind wir schnelle Antworten gewohnt. Oftmals ist es aber gar nicht notwendig schnell zu regieren, denn auch heute noch haben viele Anliegen Zeit und können warten. Uns verunsichert oder stört also gar nicht die eigentliche Verzögerung sondern meistens die Unsicherheit, wenn wir keine Antwort auf eine Anfrage erhalten. Eine erklärende Information ist im Dialog wichtig und notwendig, die die Situation darstellt und angibt, wann wieder mit einem persönlichen Gespräch bzw. einer Antwort zu rechnen ist. Dies gilt bei urlaubsbedingter Abwesenheit genauso wie bei einer Schwangerschaft.
Oftmals bin ich allerdings schon fast schockiert, wie unpersönlich und fast abweisend einige dieser automatischen Antworten formuliert sind. Egal ob auf Anrufbeantwortern oder als Autoresponder für Emails. Warum nicht etwas Zeit und Kreativität investieren, um die Informationen auf unterhaltsame und freundliche weise zu formulieren? Wenn ich dadurch meinem Kontakt ein Lächeln entlocken kann, hat sich die Mühe doch auf jeden Fall gelohnt.
Ich gab Schatzi daher den Tipp einen informierenden aber auch unterhaltsamen Satz für Ihre Abwesenheit zu formulieren und empfahl Ihr folgende Technik:

Kreativitätstechnik: Wortassoziation
Viele Kreativitätstechniken sind arbeiten auf Grundlage von Assoziationen. Indem ich meine Frage, meine Aufgabe mit vorerst fremden, vom eigentlichen Thema abweichenden Informationen kombiniere. Die können Bilder sein oder auch Worte, die zufällig ausgesucht werden. Für die Technik Wortassoziation kann ein Buch oder besser einen Duden genutzt werden. Die eigene Frage wird notiert und anschließend zufällig ein Wort aus dem Duden bestimmt. Dafür blättern Sie wahllos durch das Buch und stecken irgendwann Ihren Finger ins Buch. Das Wort, auf dem der eigene Finger zufällig deutet wird genutzt.

Für die Ideensammlung unterwegs bietet sich die von mir erfundene App Kreativität41 an (für Android und iOS). Hier wird ein zufälliges Wort ausgesucht und am Bildschirm angezeigt, wenn man einmal wieder ohne Duden unterwegs ist (neben der Wortassoziationstechnik bietet die App drei weitere Kreativitätstechniken an).

Wortassoziationen eigenen sich vor allem auf der Suche nach Texten und kreativer Namensfindung. Wenn es beispielsweise darum geht, Texte für Broschüren und Internetseiten zu finden oder den durchschlagenden Namen für ein neues Produkt oder Dienstleistung. Aber natürlich auch, wenn man auf der Suche nach einem ausgefallenen Spruch für den Anrufbeantworter ist.

Ich habe die Technik eingesetzt, um 2007 den Namen für meine Agentur zu finden. Die meisten Wortkreationen, die sich um das Thema Kreativität drehen, waren schon vergeben und mir war unter anderem wichtig, dass ich für den Namen eine .de Endung im Internet reservieren konnte. Einen Begriff aus der Hirnforschung zu nehmen, hatte ich schon mehrmals versucht aber es fehlte der letzte Impuls. Natürlich erhalten Sie nur äußerst selten durch das zufällig ausgewählte Wort direkt die passende Lösung. Es geht darum, durch themenfremde Worte inspiriert zu werden und in anderen Bahnen zu denken.

In meinem Fall war es das Wort Hammel, dass letztendlich den Impuls brachte. Über Hammel kam ich auf Hammelsprünge, über diese zum Sprung und das Wort Synapsen hatte ich im Vorfeld schon auf einer Auswahlliste notiert. Wegen eines Hammels heißt meine Agentur und auch mein Arbeitsbuch zu mehr Kreativität in 3×3 Schritten heute Synapsensprung®.

Die Erlebnisse von Schatzi dazu waren:
Nils hatte DEN Spruch für meinen Abwesenheitsagenten bzw. Anrufbeantworter: „Bin dick und rund, aber gesund. Im Schwangerschaftskleid bleibt grad wenig Zeit!“

Sehr witzig! Da dachte ich das erste Mal, Nils nimmt mich nicht ganz ernst und für ihn ist das hier alles nur ein einziger großer Spaß! Wie ich mich gerade fühle mit meinem dicken Ranzen und all dem Zusatzgewicht, schien ihm ja völlig egal zu sein.

Mit Hilfe seiner Technik ist es dann schlussendlich folgender Spruch geworden:

Betreff: „Der Storch ist gelandet“

Liebe Kunden und Netzwerkpartner,

ich bin derzeit im größten Abenteuer meines Lebens – der Storch ist am 07.06.2014 das 2. Mal gelandet. :0)
Ich kümmere mich aktuell um meine eigene Vereinbarkeit von Familie und Beruf!
Ab dem 04.08.2014 bin ich gerne wieder persönlich für Sie da.

Herzliche Grüße

Von falsch zugeordnete Kindersprüchen

Ich bin ein großer Fan der Känguru-Chroniken von Marc Uwe Kling. Besondern gefallen mir und auch meiner Mitautorin Schatzi die falsche Zuordnung von bekannten Zitaten zu anderen Autoren. Nur ein Beispiel aus seinem Kalender „Alle Tiere sind gleich. Aber manche sind gleicher“ – Schaf Dolly (zu erwerben unter http://www.der-falsche-kalender.de).

Beim Schreiben von „Kreativ durch die Schwangerschaftsdemenz“ liefen uns immer wieder Sprüche und Zitate über den Weg, die Eltern zu ihren Kindern sagen. Irgendwann starteten wir damit diesen Kindersprüchen und anderen Zitaten Urheber zuzuordnen, die es so nicht gibt oder schlicht falsch sind. Nicht nur ein großer Spaß, sondern auch eine sehr kreative Gehirngymnastik.

Ein herzliches Danke daher an Marc Uwe Kling für die Idee, wir hoffen, es ist in Ordnung, dass wir uns diese gemopst haben.

„Besser gut geklaut, als schlecht selbst gemacht.“
Die Panzerknacker

Daher nun eine kleine Auswahl unserer Zitate. Andere und mehr werden im fertigen Buch zu finden sein. Natürlich freuen wir uns auch immer über weitere Zitate als Kommentar, wenn wir diese mit verwenden dürfen.

„Man kann in Kinder nichts hineinprügeln, aber vieles herausstreicheln.
“
Knecht Ruprecht

„Mit einer Kindheit voller Liebe kann man 
ein halbes Leben hindurch die kalte Welt.“
Die Schneekönigin

„Probier doch wenigstens mal“
Hexe zu Hänsel 

„Das habe ich Dir schon 1000 Mal gesagt“
Scheherazade

„Und wenn der Linus aus dem Fenster springt, machst du das dann auch?“
Felix Baumgartner´s Mutter

„Wie heißt das Zauberwort?“
Gandalf´s Vater

„Von mir hast du das nicht“
Norman Bates Mutter

„So langsam könntest Du Dir das mal merken!“
Cortex zum Hippocampus

Geht nicht gibt´s! NOCH.

Sicher kennen Sie den Spruch „Geht nicht gibt´s nicht“. Diese Einstellung prägte die Situation von Schatzi kurz vor der Geburt. Auf der einen Seite gab es noch so viele wichtige Termine wahrzunehmen und auf der anderen Seite sollte es doch ein sanfter Ausstieg aus dem Arbeitsleben sein, der mehr Zeit für die Vorbereitung auf Kind zwei zulässt.

Meine Meinung und mein Tipp dazu – auch passend in Hinsicht zur kreativen Ideensuche:

Ganz ehrlich und offen an alle Macher und Beweger da draußen. Der Spruch ist kompletter Quatsch. Natürlich gibt es Dinge, die nicht gehen. Dahinter steht allerdings ein riesiges ABER.

Ich bin Kreativcoach und –trainer, wie kann denn gerade ich sagen, dass es Dinge gibt, die nicht gehen? Gerade bei der Ideensuche ist doch alles möglich? Genau, ist es auch – in der Ideensuche, wenn ich mir Dinge frei und kreativ vorstellen kann. Die Umsetzung in der Realität ist aber nicht immer möglich.
Wie komme ich jetzt aus der Sache raus, ohne mich gedanklich einzuschränken? Geht nicht, soll kein Ausredemantra sein, um alles Unbequeme abzublocken.

Der entscheidende Faktor ist die Zeit. Einige Dinge gehen nicht, weil die Zeit im Wege bzw. zu wenig zur Verfügung steht. Erfindungen sind noch nicht gemacht worden, die Umstände nicht gegeben oder ich brauche einfach länger für die Vorbereitung.

Wenn ich Ihnen die Aufgabe stelle innerhalb von 10 Sekunden zwei rosa Elefanten durch Ihr Wohnzimmer schweben zu lassen, dann geht das nicht, Sie werden es nicht schaffen. Wenn ich Ihnen aber ausreichend Zeit lasse, dann können Sie sich im Zoo zwei Elefanten besorgen, diese rosa anstreichen und anschließend ein Gerät zur Telekinese erfinden, wodurch die Elefanten schweben würden.
Oder Sie kaufen sich zwei rosa Elefantenluftballons und lassen diese schweben.

Für beide Lösungen benötigen Sie Kreativität aber auch Zeit, einmal mehr und einmal weniger.

Ich bin davon überzeugt, dass alles, wirklich alles möglich ist, was wir uns vorstellen können, die Frage ist nur wann. Der Spruch mit dem ich arbeite und den ich Schatzi gegeben habe lautet daher:
„Geht nicht gibt´s! NOCH.“ Einige Dinge gehen jetzt noch nicht, werden aber irgendwann möglich sein.

Was bedeutet dies für die Situation von Schatzi. In ihrer Lebensphase gehen einige Dinge nicht – und das ist überhaupt nicht schlimm. Denn diese Dinge gehen „zur Zeit“ nicht. Wenn ein Termin hohe körperliche Aktivität erfordert, ist dies mit einem 120er Bauchumfang eventuell nicht möglich, in einigen Wochen aber kein Problem mehr.

Geben Sie sich die Freiheit „geht nicht“ zu sagen, benutzen Sie es aber nicht als Generalabsage. Gerade, wenn es um die Suche außergewöhnlicher Lösungen geht, ist alles möglich – zur richtigen Zeit.

Denken Sie immer daran:

Geht nicht gibt´s! NOCH
Geht nicht gibt´s! NOCH

Schicksalsschläge

Ich gab Schatzi die Aufgabe Befürchtungen und Sorgen zu benennen, die durch die Doppelbelastung Kind und Hausbau entstehen könnten. Ihre Antworten waren völlig menschlich.
„Was passiert, wenn ich krank werde? Was passiert, wenn das Kind krank ist? Was passiert, wenn wir beide krank sind? Und WAS PASSIERT WENN WIR ALLE KRANK WERDEN?“

Ich konnte beim Lesen direkt fühlen, wie diese Frage ihren Panikpegel nach oben katapultierte. Alle Schreckensszenarien, die gerade noch geschlummert hatten, habe ich mit meiner Frage ausgegraben und zum Leben erweckt. Tolle Hilfe – dachte ich mir.

Wie kann man so etwas lösen überlegte ich? Arzt werden? Reicht zeitlich wohl nicht aus. Die einfachste Lösung, die mir einfiel war Voodoo. Aber auch damit kenne ich mich nicht gut genug aus.

Nun, mir wurde klar, dass wir sicher nicht alle Probleme beheben werden können und dass ich Schatzi ganz sicher auch nicht bei allem unterstützen kann. Auf Schicksalsschläge kann man sich maximal vorbereiten, verhindern können wir sie nicht. Ich gab ihr daher den Tipp, sich nicht zu viele Gedanken über Dinge zu machen, die sie nicht beeinflussen kann. Und auch nicht über andere Menschen. Denn den einzigen Menschen, den wir wirklich beeinflussen können sind wir selbst.

Aber gerade weil diese Fragen und Befürchtungen keine abschließende Antwort haben, waren Sie zum Start unseres gemeinsamen Projektes sehr wichtig. Es machte uns beiden klar, dass es Bereiche ihres Lebens gibt, bei dem ein kreatives Coaching nicht weiterhelfen kann. Und mir gab es die Lockerheit und Einfachheit ganz bewusst mit viel Humor an ihre Aufgaben heranzugehen, da uns beiden klar war, dass wir nicht gegen das Schicksal arbeiten können und müssen, sondern an den Problemen, die wir uns meistens selbst schaffen.