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Kreativität vs. Innovation

Warum es weder kreativen Dinge noch innovative Menschen gibt

Alles um uns herum ist kreativ. Und wenn das nicht ausreicht, wird es innovativ. Wir hören von innovativen Personen und von kreativen Unternehmen ohne uns bewusst zu machen, ob und was diese Begriffe bedeuten. Ja, ob sie überhaupt noch eine Bedeutung haben oder bereits zu leere Worthülsen mutiert sind.

Kreativität definieren

Eine abschließende Definition zu Kreativität gibt es zur Zeit nicht. Vielleicht wird es auch nie eine für alle gleichermaßen passende Begriffserklärung geben. Für mich ist es vor allem eine Eigenschaft, eine Fähigkeit, die dem Menschen von Natur aus gegeben ist. Einigen von uns wird mehr davon mitgegeben, anderen weniger. Bei einigen zeigt sich Kreativität vor allem im künstlerischen, bei anderen im sportlichen Bereich oder in der Lösungskompetenz von Alltagsproblemen.

Vorhanden ist sie bei uns allen. Es ist ganz uns selbst überlassen, wie wir sie einsetzten.

Kreatives Strickzeug?

In unserem Alltagswortschatz halten immer mehr kreative Dinge Einzug. Vor kurzem wurde mir eine der kreativsten Möglichkeiten zum Ausdruck meiner Innovationskraft angeboten. Der Werbung zufolge ein geniales Jahrhundertprodukt. Es ging um ein Set mit Strickzeug. Nichts gegen Strickzeug, aber was ist daran kreativ?

Wenn Sie jetzt innerlich aufschreien und meinen, dass Stricken doch sehr kreativ sein kann, dann haben Sie völlig recht. Genau hier liegt die für unser Verständnis wichtige Unterscheidung. Der Mensch kann kreativ sein. Wenn der Mensch strickt, kann das kreativ sein. Das Strickzeug selbst ist es nicht. Dinge sind nicht per se kreativ. Eventuell sind es die Dinge, die wir mit ihnen machen.

Kreativität ist eine Eigenschaft, die dem Menschen und gerne Tieren, der Natur an sich eigen ist. Ganz sicher gibt es aber keine kreative Tagungen oder ein kreatives Unternehmen. Es sind immer Menschen, die bei diesen Tagungen oder in den Unternehmen kreative Leistungen bringen, kreativ sind.

Innovative Dinge

Wie kreativ ist dann ein iPhone?
Wie beschrieben: gar nicht. Es zeigt die Kreativität seiner Erfinder und, wenn der Markt es wie beim Produkt iPhone anerkennt, dann ist es innovativ. Produkte, Erfindungen, Dinge können innovativ sein, wenn sie etwas Neues und Außergewöhnliches bieten, das in dieser Art so noch nicht vorhanden war. Sie sind innovativ, wenn die notwendigen Infrastrukturen zur Nutzung vorhanden sind und der Markt sie durch den Kauf bestätigt. Daher kann ein Hersteller auch nicht verkünden, dass sein Produkt innovativ ist, bevor es auf den Markt kommt. Die Bestätigung dazu kann und wird erst der Markt geben. Vorher kann ein Unternehmen nur hoffen und verständlicherweise damit hoffend werben.

Entsprechend gibt es aber auch keine innovativen Menschen. Was ist an diesen denn neu? Haben Sie eine dritte Hand oder die zweite Nase? Wachsen ihnen Brüste auf dem Rücken? Das würde sicherlich die komplette Tanzwelt disruptiv revolutionieren. Sie verstehen den Gedankengang? Eine Innovation zeichnet sich immer durch eine Neuerung an der Sache aus. Ein innovativer Mensch müsste daher etwas haben, dass alle anderen nicht haben und sich durch neue Fähigkeiten auszeichnen, die durch die Innovation möglich werden.

Sportler mit künstlichem Sprungbeinen können wir also eingeschränkt als innovativ bezeichnen, wobei auch hier im Kern die künstlichen Beine innovativ sind und nicht der Mensch. Der Mensch ist es, der Materialien und Technik in Zusammenhang bringt und solch kreative Lösungen findet, dass bei Prothesen heute schon teilweise von Körperdoping gesprochen wird.

Mit der Goldwaage begreifen

Wenn Sie jetzt berechtigterweise denken, dass dies alles recht kleinlich und auf die Goldwaage gelegt ist, dann haben Sie Recht. Solange die Suche nach Kreativität und Innovation aber von Wirtschaft und Gesellschaft als eines der kommenden Hauptziele unserer Entwicklung beschrieben wird, müssen wir versuchen beides besser zu verstehen. Dafür benötigen wir klarere Begriffe und eine genauere sprachliche Nutzung in unserem Alltag.

Etwas zu verstehen, heißt es zu erkennen, es richtig „be-greifen“ zu können. Wenn wir das Wesen der Zeit begreifen wollen, bringt es uns wenig, eine Uhr auseinanderzubauen. Es gilt, hinter das Wesen der Zeit zu schauen und die Einflussfaktoren möglichst zu beschreiben.

Um die Kraft unserer Kreativität voll nutzen zu können, um dadurch die Innovationskraft unserer Produkte und Dienstleistungen zu steigern, brauchen wir ein besseres Verständnis für beides. Um das Wesen der Kreativität zu verstehen, benötigen wir ab und zu die Goldwaage, die uns vor Worthülsen und leeren Werbebotschaften schützt.

15 – Kopfkino: machen Sie sich kein „P“ für ein „A“ vor

Denken Sie bitte NICHT an einen rosa Elefanten.

Und? Ist er schon torööend durch ihren inneren Gedankenfilm getrampelt? Unser Gehirn liebt Bilder. Wir denken am liebsten in Bildern und können uns Bilder auch am besten im Langzeitgedächtnis verankern (Stichwort Mnemotechniken). Besonders gut gelingt dies, wenn Bilder emotional „aufgeladen“ sind. Dann hat unser Kopfkino die größte kreative Kraft.

Die Podcastfolge 15 zeigt Ihnen, wie unser Kopfkino funktioniert und wie wir es optimal für unsere Problemlösungen, für unser kreatives Potential nutzen können. Dabei geht es nicht allein um die Optik, sondern darum sich ein Bild von seinem Thema zu machen und es anschließend mit allen möglichen Special Effects auszustatten. Nutzen Sie Ihre Gedankenkraft und erschaffen Sie sich 3-D Effekte in Dolby Surround Vertonung. Ergänzen Sie alles mit passenden Gerüchen und haptischen Eindrücken. Schaffen Sie sich Ihren eigenen gedanklichen Blockbuster.

Die Welt entsteht im Kopf – nutzen Sie Ihr Kopfkino und erfahren, warum Sie sich beim Wort Anis kein „P“ für ein „A“ vormachen sollten.

Viel Spaß beim Weckruf für Ihre Kreativität. Dem Podcast für Problemlöser und solche, die es werden wollen.

Podcast herunterladen.

In Podcastfolge 15 erwähnte Links:

  • nils-bäumer.de/podcast
    Mit dem Tu´sletter – den Podcastnews von Synapsensprung® – erhalten Sie regelmäßig alle 2 Wochen Informationen zu den Folgen in der Reihenfolge der Erscheinungen und natürlich die eigentliche Tonaufnahme. Wer schneller arbeiten und Folgen überspringen möchte, bekommt nach der Anmeldung ebenfalls Zugang zu den momentan aktuellsten Informationen.
  • Wenn Sie mehr zum Vortragsredner Nils Bäumer, meinen Produkten (CD´s, Kreativität41 – die APP zur Ideengenerierung, den Kaleidozyklus zum Podcast, Bücher usw.) erfahren wollen:
    nils-bäumer.de/kreatives
  • Schriftbild „Dufter Typ“ in Spiegelschrift in einem Internetshop: http://www.spreadshirt.de/dufter typ+geschenke
  • Schriftbild „Das Schönste an mir bin ich“ in Spiegelschrift in einem Internetshop: http://www.spreadshirt.de/
    Geben Sie zur Suche der Vorlage bitte den Suchbegriff Spiegelschrift ein.

Wie viel Kreativität steckt wirklich drin?

Kreativität ist „in“, liegt voll im Trend. Wenn sich früher fast nur Künstler und Genies mit ihrer Kreativität schmückten, tun es heute vor allem Unternehmen. Da jagt eine kreative Tagung die andere. Konferenzen sind per se schon kreativ, Produkte sowieso, wenn nicht sogar innovativ und meistens wird auch die Jahresbilanz kreativ erstellt.

Wenn ich mit denjenigen spreche, die aber als einzige kreativ sein können – den Menschen – bekomme ich leider meistens abweichende Aussagen. OK, es gibt keine allgemein gültige Definition für Kreativität, aber in meinen Augen kann ein Unternehmen nicht kreativ sein. Die Einzigen, die kreativ sein können, sind die Menschen, die in den Unternehmen arbeiten. Unternehmen und Führungskräfte können „nur“ die Rahmenbedingung für kreatives Arbeiten schaffen, es den Mitarbeitern anbieten. Und ob ein Produkt innovativ ist, entscheidet der Markt und nicht der Hersteller.

Ich wünsche mir, dass wir weniger Dingen und Gegenständen das Attribut „kreativ“ verleihen würden, sondern uns darauf konzentrieren, wie wir die Kreativität der Menschen – des Einzelnen – wecken und fördern können. Nicht als modernes Lippenbekenntnis oder Marketing-Aussage, sondern mit allen Vor- und Nachteilen im Wertesystem der Unternehmen verankert.

Kreativität ist genial. Und doch kann es auch zuviel davon geben, kann sie am falschen Platz erscheinen. Wie fänden Sie es, wenn der Pilot kurz vor der Landung ankündigt, heute einmal eine besonders kreative Landetechnik auszuprobieren? Kreativität bedeutet, bekannte Wege zu verlassen und immer wieder die Richtung zu ändern. In der Realität auf der Autobahn zu wenden, ist hingegen keine gute Idee.

Wie so oft im Leben geht es um die richtige Dosierung. Es geht um den Einsatz seiner Kreativität zur richtigen Zeit. Und um sie genau im richtigen Momenten nutzen und aktivieren zu können, sollten wir sie trainieren. Möglichst schon ab der Kindheit, in der Kreativität noch ganz natürlich und ohne Regeln auskommt.

Eine der für mich treffendsten Beschreibungen zu Kreativität hat der Mediziner und Musiker Charles Limb 2011 in einer Ausgabe der Zeitschrift Gehirn & Geist gegeben:
„Die enormen schöpferischen Leistungen der Menschen sind großartig, aber ich will sie nicht künstlich überhöhen. Für mich handelt es sich um einen ganz normalen biologischen Vorgang, den einige von uns zwar außergewöhnlich gut beherrschen, der aber letztlich eine Grundvoraussetzung für jede menschliche Zusammenarbeit darstellt. Kreativität durchdringt jeden Bereich unseres Lebens. Ich bin davon überzeugt, dass keine andere Eigenschaft mehr zur Evolution unserer Art beitrug.“

Wir leben in der glücklichen Lage, uns aussuchen zu können, ob und wie wir unsere Kreativität nutzen. Noch ist es eine freie Entscheidung. 
Auf unsere Welt kommen allerdings Herausforderungen zu, die wir nicht mehr mit der Kreativität der Wenigen lösen werden. Wir brauchen dazu die Kreativität der Menge – die creative crowd. In wenigen Jahrzehnten wird es selbstverständlich sein, dass jeder Einzelne sein ganzes kreatives Potential einsetzt, um zu gemeinsamen Lösungen und Innovationen beizutragen. Und wenn wir heute schon damit anfangen, wird es nicht der Leidensdruck sein, der uns dazu bringen wird. Legen wir los, bevor uns die Not erfinderisch macht: und zwar indem wir mit den Menschen um uns herum zusammenarbeiten und nicht indem wir mit Phrasen und hohlen Worthülsen um uns werfen.

Freundliche Grüße mit Wortassoziation

Beim Projekt „Kreativ durch die Schwangerschaftsdemenz“ standen wir zum Zeitpunkt dieser Frage zwei Wochen vor der Storchlandung (das weiß ich natürlich erst heute :-)).

Eine Befürchtung von Schatzi war es, den Kontakt in Ihr Berufsleben zu verlieren. Gleichzeitig, wollte Sie aber gerade zum Start in das Abenteuer Kind 2 nicht zu viel arbeiten.
Ich bin der Meinung, dass Kunden und Partner am besten reagieren können, wenn sie die Situation kennen und das eigene Verhalten darauf einstellen können. Wenn ich weiß, welches Abenteuer bei meinem Gesprächspartner bevorsteht, bzw. dass der Storch bald landen wird, kann ich darauf reagieren. Projekte evtl. zurück stellen oder auch eine andere Lösung für mein Anliegen sorgen.
In der heutigen Zeit der ständigen Erreichbarkeit sind wir schnelle Antworten gewohnt. Oftmals ist es aber gar nicht notwendig schnell zu regieren, denn auch heute noch haben viele Anliegen Zeit und können warten. Uns verunsichert oder stört also gar nicht die eigentliche Verzögerung sondern meistens die Unsicherheit, wenn wir keine Antwort auf eine Anfrage erhalten. Eine erklärende Information ist im Dialog wichtig und notwendig, die die Situation darstellt und angibt, wann wieder mit einem persönlichen Gespräch bzw. einer Antwort zu rechnen ist. Dies gilt bei urlaubsbedingter Abwesenheit genauso wie bei einer Schwangerschaft.
Oftmals bin ich allerdings schon fast schockiert, wie unpersönlich und fast abweisend einige dieser automatischen Antworten formuliert sind. Egal ob auf Anrufbeantwortern oder als Autoresponder für Emails. Warum nicht etwas Zeit und Kreativität investieren, um die Informationen auf unterhaltsame und freundliche weise zu formulieren? Wenn ich dadurch meinem Kontakt ein Lächeln entlocken kann, hat sich die Mühe doch auf jeden Fall gelohnt.
Ich gab Schatzi daher den Tipp einen informierenden aber auch unterhaltsamen Satz für Ihre Abwesenheit zu formulieren und empfahl Ihr folgende Technik:

Kreativitätstechnik: Wortassoziation
Viele Kreativitätstechniken sind arbeiten auf Grundlage von Assoziationen. Indem ich meine Frage, meine Aufgabe mit vorerst fremden, vom eigentlichen Thema abweichenden Informationen kombiniere. Die können Bilder sein oder auch Worte, die zufällig ausgesucht werden. Für die Technik Wortassoziation kann ein Buch oder besser einen Duden genutzt werden. Die eigene Frage wird notiert und anschließend zufällig ein Wort aus dem Duden bestimmt. Dafür blättern Sie wahllos durch das Buch und stecken irgendwann Ihren Finger ins Buch. Das Wort, auf dem der eigene Finger zufällig deutet wird genutzt.

Für die Ideensammlung unterwegs bietet sich die von mir erfundene App Kreativität41 an (für Android und iOS). Hier wird ein zufälliges Wort ausgesucht und am Bildschirm angezeigt, wenn man einmal wieder ohne Duden unterwegs ist (neben der Wortassoziationstechnik bietet die App drei weitere Kreativitätstechniken an).

Wortassoziationen eigenen sich vor allem auf der Suche nach Texten und kreativer Namensfindung. Wenn es beispielsweise darum geht, Texte für Broschüren und Internetseiten zu finden oder den durchschlagenden Namen für ein neues Produkt oder Dienstleistung. Aber natürlich auch, wenn man auf der Suche nach einem ausgefallenen Spruch für den Anrufbeantworter ist.

Ich habe die Technik eingesetzt, um 2007 den Namen für meine Agentur zu finden. Die meisten Wortkreationen, die sich um das Thema Kreativität drehen, waren schon vergeben und mir war unter anderem wichtig, dass ich für den Namen eine .de Endung im Internet reservieren konnte. Einen Begriff aus der Hirnforschung zu nehmen, hatte ich schon mehrmals versucht aber es fehlte der letzte Impuls. Natürlich erhalten Sie nur äußerst selten durch das zufällig ausgewählte Wort direkt die passende Lösung. Es geht darum, durch themenfremde Worte inspiriert zu werden und in anderen Bahnen zu denken.

In meinem Fall war es das Wort Hammel, dass letztendlich den Impuls brachte. Über Hammel kam ich auf Hammelsprünge, über diese zum Sprung und das Wort Synapsen hatte ich im Vorfeld schon auf einer Auswahlliste notiert. Wegen eines Hammels heißt meine Agentur und auch mein Arbeitsbuch zu mehr Kreativität in 3×3 Schritten heute Synapsensprung®.

Die Erlebnisse von Schatzi dazu waren:
Nils hatte DEN Spruch für meinen Abwesenheitsagenten bzw. Anrufbeantworter: „Bin dick und rund, aber gesund. Im Schwangerschaftskleid bleibt grad wenig Zeit!“

Sehr witzig! Da dachte ich das erste Mal, Nils nimmt mich nicht ganz ernst und für ihn ist das hier alles nur ein einziger großer Spaß! Wie ich mich gerade fühle mit meinem dicken Ranzen und all dem Zusatzgewicht, schien ihm ja völlig egal zu sein.

Mit Hilfe seiner Technik ist es dann schlussendlich folgender Spruch geworden:

Betreff: „Der Storch ist gelandet“

Liebe Kunden und Netzwerkpartner,

ich bin derzeit im größten Abenteuer meines Lebens – der Storch ist am 07.06.2014 das 2. Mal gelandet. :0)
Ich kümmere mich aktuell um meine eigene Vereinbarkeit von Familie und Beruf!
Ab dem 04.08.2014 bin ich gerne wieder persönlich für Sie da.

Herzliche Grüße

Kreative Hilfe in Uganda

Ein toller Erlebnisbericht von meinem guten Freund Jan Rohwer.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter der Facebookseite „Ein Basketballplatz für Kinder in Kisugu-Uganda.“

Basketball ist eigentlich nicht mein Ding. Die Körbe hängen viel zu hoch für einen Menschen mit so unfassbar spärlich ausgestatteter Sprungkraft. Wenn dann auch noch die Eleganz fehlt, die man für diesen Sport eben braucht, und man stattdessen nur über die Hand-Augen-Koordination eines Regenwurms verfügt, muss man es irgendwann einfach einsehen. Glücklicherweise trat dieses Einsehen bei mir schon ziemlich früh im Schulsport ein. Und das auch noch mitten in den 90ern im großen Basketballfieber. Dennoch sollte im vergangenen Dezember der Basketball eine ziemlich große Rolle einnehmen.

Ein ziemlich guter Freund von mir, bei dem ich hoffe, dass seine Basketballfähigkeiten im Schulsport positiver ausgeprägt als meine waren, bereiste Ende 2012 den Osten Afrikas. Als er zurückkam, erzählte er mir von einer Bekanntschaft, die er dort gemacht hatte. Es ist die Geschichte eines Lehrers aus Kampala, der Hauptstadt von Uganda. Dieser besagte Lehrer heißt Lawrence und hatte von seinem vor ein paar Jahren verstorbenen Vater ein Stück Land in einem etwas heruntergekommenen Teil des östlichen Kampalaer Stadtrandes geerbt. Und damit wollte er etwas anfangen. Er selber als unglaublich enthusiastischer Basketball-Fan wollte auf seinem Grund einen Basketballplatz errichten, um Trainings für die dort mehr oder weniger ansässigen Kinder zu geben. Als positiver Effekt neben dem Sport sollen die Heranwachsenden Dinge lernen, die für unsereinen eigentlich nicht minder selbstverständlich sein sollten:

Pünktlichkeit. Disziplin. Lernwille. Aufklärung. Teamgeist. Hinfallen, Aufstehen und Weitermachen. Niederlagen akzeptieren.

Was aufgelistet nun ein wenig militärisch klingt, bekommen viele der Kinder dort kaum mit, da die meisten wie in vielen ärmeren Regionen auf der Welt kein Geld für einen Platz auf der Schulbank haben. Für Lawrence und auch nach unserer Überzeugung stellen diese Sachen aber die Bausteine für eine Chance in ein halbwegs sicheres Leben abseits der Selbstaufgabe, Drogen, Alkohol und schlussendlich der Kriminalität dar.

Wie so oft fehlte wieder einmal das nötige Geld, um dieses Projekt zu realisieren. Der Plan war da, die nötigen Materialien mengentechnisch benannt und notwendige Arbeitsschritte geplant. Auf die Nachfrage, wie viel denn der Basketballplatz auf Grundlage des Plans geschätzt kosten soll, nannte Lawrence einen Preis, der zwar hoch war und mit Sicherheit mehr als das doppelte seines Jahresgehaltes betrug, aber für den in hiesigen Breitengraden eine Baufirma wohl nicht einmal leise darüber nachdenkt, eine Baustelle dieser Größenordnung überhaupt erst einzurichten.

Wieder zuhause angekommen erzählte mein Freund mir von seinen Erlebnissen und natürlich auch von Lawrence. Auch von seinem Entschluss, das Geld innerhalb eines Jahres durch Spenden zusammenzubekommen und dann selber noch einmal nach Uganda zu reisen, um dabei zu helfen den Basketballplatz zu bauen. Als er mir dann erzählte, dass er höchstwahrscheinlich dabei Hilfe braucht und mich fragte, ob ich ihm nicht dabei helfen könne war ich im Boot.

Das Geld hatten wir innerhalb eines Monats zusammen, was für uns sensationell war. Denn mit leeren Händen wollten wir in Uganda nicht aufschlagen, und schon gar nicht zurückkommen. Ein paar Wochen später saßen wir im Flieger, um den Basketballplatz zu bauen.

Und was hat das nun alles mit Kreativität zu tun? Ein paar Zutaten zu mischen und den daraus entstandenen frischen Beton auf ein paar Quadratmeter vorbereiteten lehmigen Untergrund zu schütten klingt so, als würde es auf der Welt unglaublich oft am Tag passieren. Tut es auch. Der eigentliche Kniff lag woanders:

Die Uhren ticken in anderen Ländern einfach ein wenig bis komplett anders. Uganda ist in dieser Skala wohl eher bei „hauchdünn-vor-komplett“ einzuordnen. Wir hatten viele Verwandte, Freunde, Bekannte und auch uns bis dahin unbekannte Menschen, die uns für dieses Vorhaben einzig wegen unseren etwas vagen Erzählungen und Vorstellungen, aber natürlich auch unserer Begeisterung, vertraut und viel Geld gespendet hatten. Unsere Zeit in Kampala war mit etwas mehr als zwei Wochen noch sportlicher angesetzt als das eigentliche spätere Treiben auf dem Basketballplatz. Mit leeren Händen wollten und konnten wir nicht zurückkommen. Auf der anderen Seite hatten die Ugander um Lawrence, und er selber offenbar auch, wohl nicht mit so einem straffen „Bauzeitenplan“ gerechnet. Es stellte sich bereits nach dem zweiten Tag heraus, das es die größte Herausforderung, aber auch das Interessanteste und Lehrreichste des Projekts sein sollte, diese beiden verschiedenen Denkweisen immer wieder erneut zu erörtern und unter einen Hut zu bringen, um am Ende das positive Ergebnis zu erhalten, was es schlussendlich auch geworden ist.

Leider konnten wir der Fertigstellung selber und dem ersten Training nicht beiwohnen, da die Zeit von zwei Wochen nicht ausreichte. Mittlerweile ist der Basketballplatz aber fertig gestellt, und Lawrence hat uns ein paar Bilder vom Spielbetrieb geschickt. Egal wie eng, oder gerade eben nicht, man diesem Sport verbunden war, beim Betrachten der Bilder gerät das sehr schnell in den Hintergrund.

Der fertige Platz
Der fertige Platz
Der Platz in Benutzung.
Der Platz in Benutzung.

Allein bin ich kreativ

Meine Kreativität findet sich nur in mir selbst

Ein Beitrag von Vito Lupo (Preisträger bei den Zauberweltmeisterschaften). Übersetzt, editiert und eingereicht vom InSzeneMagier Thorsten AbraXas Ophaus.

In unserer heutigen Lebensform prasseln ständig fremde Ideen, Vorstellungen und Glaubenssätze auf uns ein. In einer Tour sind wir damit beschäftigt Nachrichten, Werbung, Blogs und Kaufempfehlungen danach zu bewerten, was zu uns passt und was wir ablehnen. Dabei bleibt kaum Raum für unser eigenes kreatives Schaffen, denn um sich der Kreativität zu öffnen, braucht es ein gewisses Maß an Abgeschiedenheit. Meine besten Gedanken, Zauberroutinen, Erfindungen und Ideen hatte ich in Abgeschiedenheit. Wenn Sie die Angst im kreativen Prozess allein zu sein überwunden haben, dann kann Kreativität den Platz einnehmen. Denn nur, wenn ich mich alleine mit einem Thema beschäftige, finde ich dazu in mir selbst Wahrheit, Schönheit und Seele.

Einige der berühmtesten Philosophen unternahmen täglich Spaziergänge, auf denen Sie dann Ihre philosophischsten Gedanken bekamen. Also erhebe Sie sich von Ihrem Stuhl vorm Computer und unternehmen einen netten Spaziergang durch die Nachbarschaft. Atmen Sie und zwingen Sie Ihre Gesichtsmuskeln zu einem Lächeln. Sie werden über die wundersamen Gedanken, die nur darauf warten sich Ihnen zu zeigen, überrascht sein, denn dabei denken Sie frei von täglichen Ablenkungen. Also probieren Sie es gleich aus!

Kreativität ist wie ein Muskel, der regelmäßig trainiert werden will. Es braucht Hingabe um Gedanken und Gewohnheiten zu ändern. Setzen Sie sich Ziele, erbitten Sie sich Hilfe von Anderen und nutzen Sie täglich etwas Zeit alleine, um Ihre Kreativitäts-Fähigkeiten zu steigern. Konzentrieren Sie sich darauf negative Gedanken und Selbstkritik, die Ihre Entwicklung der Kreativität beeinträchtigen, zu vermeiden. Positive Laune beflügelt Kreativität!

Also los jetzt: Planen Sie Zeit ein allein zu sein, spielen Sie, Lachen Sie und begeistern Sie die Welt mit Ihrer Kreativität.

Mehr Informationen zum InSzeneMagier AbraXas unter http://www.inszenemagier.de

Kreativität auf Knopfdruck

Kennen Sie dieses Gefühl der Leere im Kopf, wenn man eine wirklich kreative Idee, einen neuen Claim, eine zukunftsweisende Lösung oder neue Strategie braucht? Da kann man lange auf den inneren Knopf im Kopf drücken. Es passiert vermutlich nichts.

Kreativität braucht Raum. Zuerst mal Frei-Raum im Denken, dann aber auch weiten Raum für die Individualität und Zutrauen in die eigene Person. Kreativität entsteht, wo Stille, Achtsamkeit, Muße einen Platz haben. Die Fähigkeit, ganz präsent zu sein. Nicht außer sich, sondern zutiefst bei sich sein, das ist in der zunehmend multioptionalen Gesellschaft ein echtes Kunststück. Lebenskunst pur!

Sir Ken Robinson, anerkannter Bildungsexperte und inspirierender Redner, macht in TED-Talks, in E. Wagenhöfers Dokumentarfilm alphabet und in seinem lesenswerten Buch „The Element“ darauf aufmerksam, dass Kinder nahezu genial in Bezug auf Kreativität sind. Die erschreckende Erkenntnis von Langzeitstudien zeigt, dass diese Fähigkeit, kreativ zu denken sprunghaft abnimmt. Es stimmt was nicht in unserem Bildungs- und Lernsystem, wenn der Verlust von Kreativität System hat.

Kreativität darf nicht die Ausnahme, es muss die Normalität unserer Denkprozesse sein damit wir als Gesellschaft in Zukunft bestehen können.

WAS wir lernen prägt unseren Wissensvorrat, aber WIE wir lernen prägt unser Denken. Das ist entscheidend. Wir müssen Fehler machen dürfen, um irgendwann etwas wirklich Einmaliges zu entwickeln.

Stille als Kraftfeld, Fehlertoleranz als Ressource und die kindliche Lust am Entdecken – eine innere Neugier auf Leben – dies steht mir täglich zur Verfügung. Ein Spaziergang in der frischen Januarluft, mutig einer neuen Idee Taten folgen lassen und mit wachen Augen das Leben um mich herum wahrnehmen. Aus diesen Quellen entsteht Fülle von Kreativität – vielleicht nicht auf Knopfdruck, aber fließend, sprudelnd und ohne zu versiegen.

Stark im Leben? Das geht!

http://www.hopeandsoul.com

Beate Hofmann

5 Kernaussagen zu Kreativität

Kreativität ist Science Fiction: Für richtig ausgefallene Ideen sollte man den Science Fiction Modus einschalten und die Frage nach der Machbarkeit ausschalten.

Eine Idee ohne Begeisterung ist wie Sex ohne Partner. Es kann ganz nett sein aber es wird nie außergewöhnliches daraus entstehen.

Ideen entstehen in den Köpfen von Einzelnen – Innovationen aber werden von Teams umgesetzt. Beides zusammenzubringen ist die Aufgabe erfolgreicher Unternehmen.

Wir alles sind kreativ. Wir benötigen oftmals aber wieder etwas mehr Vertrauen und Begeisterung in und für die eigene Kreativität, um erfolgreiche Ideengeber zu werden.

Innovative Unternehmen geben Mitarbeitern im ersten Schritt den Freiraum im Science Fiction Modus zu denken und zu arbeiten. Im zweiten Schritt unterstützen sie Ideengeber und Teams mit den notwendigen Strukturen und Ressourcen zur Umsetzung.