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06 – Übungsfolge. Anerkennung als Dünger Ihrer Kreativität.

Die Übungsfolge zum Thema „Anerkennung und Wertschätzung“, beschreibt Möglichkeiten seinen Wahrnehmungfokus zu trainieren (positives „priming“). Dadurch stärken wir unseren Wertschätzungsmuskel und fördern unsere Kreativität.

Erleben Sie mit der Übung „Avatar“ einen außergewöhnlichen Tag, der Ihnen die Augen öffnen wird, und nutzen Sie den „Gewagt“ Tipp als ultimativen Ideenturbo für Meetings und Besprechungen.

In Folge No. 9 (also schon in 3 Folgen) werde ich Ihre Fragen und Themen beantworten. Sollten Sie also ein außergewöhnliches Thema oder eine Frage zu Kreativität haben, freue ich mich sehr über Ihre Nachricht.

Viel Spaß beim Weckruf für Ihre Kreativität. Dem Podcast für Problemlöser und solche, die es werden wollen.

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In Podcastfolge 6 erwähnte Links:

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    nils-bäumer.de/kreatives
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Facebook 15 – Anerkennung 0

Wer Facebook nutzt, kennt sicher einen der anfangs evtl. noch originellen Tests des Kommunikationsgiganten. Welches Tier bin ich? Welches Land, Farbe, Essen usw. Und auch wenn sie uns nerven, erwischt sich ebenso sicher der eine oder andere beim Ausfüllen. Anschließend kann das Ergebnis stolz geteilt werden.

Damit im Sinne von Facebook auch fleißig geteilt wird, sollten die Ergebnisse natürlich positiv ausfallen. So folgten kleine Facebook-Tests. Z.B. Welchen IQ hast du? Um uns allen (ja allen) zu zeigen, dass wir intelligenter sind als der Rest der Welt. Und vor kurzem mein Lieblingstest: Wie gut ist deine Rechtschreibung, sind deine Grammatikkenntnisse?

Da meine bedenklich an der Katastrophe schrammen, habe ich mich am Test versucht und blickte stolz auf 15 von 15 Punkten – volle Punktzahl – ich Grammatikgigant. Meine Hand zuckte schon zum Teilen Button, um diese Anerkennung meiner Genialität mit der Welt zu teilen, als sich die ersten Fragezeichen bildeten. Einige der Fragen hatte ich nämlich noch nicht einmal verstanden, geschweige denn richtig beantworten können. OK, es sind Multiple Choice Tests aber konnte ich so viel Glück haben?

Um es abzukürzen. Ich habe den Test mehrmals wiederholt und egal was ich anklickte, es kamen nie weniger als 12 Punkte heraus. Es war und ist also anscheinend schlicht unmöglich den Test mit weniger als 12 Punkten abzuschließen. Der Test ist ebenso wenig ein Test, wie ein Hase Eier bringt. Warum glauben wir dann so gerne an unsere Leistung, wie kleine Kinder an Ostern?

Die Technik vermittelt uns Anerkennung. Ein falscher Test gibt uns das Gefühl etwas außergewöhnlich zu können und sofort regt sich in uns das Bedürfnis dies mit der Welt zu teilen. Verständlich.

Anerkennung (und Wertschätzung) ist einer von neun Faktoren für erfolgreiche Ideenentwicklung, für das eigene kreative Potential. (In Folge 5 und 6 wird es dazu zwei Podcastfolgen im „Weckruf für Ihre Kreativität“ geben.)

Anerkennung ist wahrscheinlich der wichtigste Stellhebel für die psychische Gesundheit von Mitarbeiter, die einem Unternehmen bzw. Vorgesetzten zu Verfügung steht. Leider behandeln wir das Thema mehr als Stiefmütterlich.

Aber in Anerkennung steckt auch das Wort „erkennen“.  Wir sollten wieder genauer hinschauen, um möglichst viele anerkennenswerte Dinge zu sehen aber dabei auch prüfen, wer oder vielmehr was uns im Alltag Wertschätzung gibt. Bei mir selbst habe ich dadurch wieder einmal erkennen müssen, wie sehr mich die „Likes“ und „Teilungen“ bei Facebook beeinflussen.

Geben wir der Anerkennung durch Menschen in der Realität mehr Wertschätzung und der Beurteilung durch die digitale Welt weniger Aufmerksamkeit.

Und dir sage ich: toll, dass du den Beitrag gelesen hast.

Anerkennung kommt von Erkennen

Was der WM Gaucho-Tanz mit Kreativität zu tun hat.

Anerkennung und Wertschätzung sind für Kreativität essentiell. Sowohl nach außen, anderen Personen und Ideen gegenüber, als auch nach innen, mir selbst und meinen Ideen gegenüber.

Nach innen bedeutet es, Wertschätzung für die eigenen Fähigkeiten zu zeigen und Stolz auf eigene Ideen zu sein. Dadurch entwickelt sich die notwendige Standfestigkeit bei Kritik und Gegenwind kreativ zu bleiben und an eigenen Ideen fest zu halten.

Anerkennung und Wertschätzung im Alltag nach außen zu geben und zu leben bedeutet nicht alles zu loben, was Ihnen über den Weg läuft. Es bedeutet, positive Dinge bewusst wahrzunehmen und anzusprechen, wenn sie Ihnen gefallen. Positives zu sehen ist bereits eine innere Einstellung. Wenn ich mich auf Negatives konzentriere, dann werde ich auch Negatives sehen. Für unsere Kreativität bedeutet es, uns auf Positives und Gelungenes zu konzentrieren – bei anderen, aber besonders auch bei uns selbst.

In meinen Vorträgen mache ich gerne eine kleine Zwischenübung, bei der sich die Teilnehmer wohlwollend auf die Schulter klopfen und dabei laut sagen: „Schön, dass du da bist.“ Um etwas Energie nach längerem Sitzen in den Raum zu bringen und die Runde aufzulockern. Weh getan hat die Übung dabei noch nie jemanden.

Viel interessanter ist allerdings die anschließende Frage nach der Augenfarbe des wohlwollend Gelobten. Maximal 15% der Teilnehmer können anschließend sagen, welche Augenfarbe der Partner hatte, dem sie gerade auf die Schulter geklopft haben. Ganz normal, denn wir sehen in den meisten Fällen nicht genau hin.

Anerkennung kann aber nur dann erfolgen, wenn wir gutes auch „erkennen“ also wahrnehmen, dies ist der erste Schritt zur echten Wertschätzung.

Und was hat das mit dem Gaucho-Tanz unserer Weltmeister zu tun?
Um eine Situation zu bewerten, sollte man richtig hinsehen. Man sollte weder einfach ein Schulterklopfen verteilen ohne den Menschen in die Augen zu sehen, noch sollte man mit verbalen Knüppel drauflosdreschen ohne die Menschen und die Emotionen hinter der Situation zu sehen. Und wenn wir einen Blick in die Augen der entsprechenden Spieler im Moment ihres Tanzes geworfen hätten, dann wäre dort sicher nicht Häme über den Gegner,  sondern Freude am eigenen Erfolg zu sehen gewesen. Die Diskussion, ob der Tanz angemessen war oder nicht überlasse ich gerne anderen. Die auslösende Intention aber war Freude und die Lust zu feiern. Und das ist in diesem Bezug für mich entscheidend.

Noch ein Trainingstipp zu deiner Kreativität. Versuche einen Tag lang bei jedem Menschen die Augenfarbe bewusst wahrzunehmen mit dem du sprichst und Kontakt hast. Kollegen, Freunde aber auch Busfahrer, Bedienungen und Kassierer (natürlich alles in der weiblichen und männlichen Version gemeint).

Du wirst wortwörtlich sehen, dass sich deine Kommunikation dadurch verändert. Und wer weiß, vielleicht nimmst du genau die Dinge wahr, die dir einen entscheidenden kreativen Impuls auf dem Weg zur Lösung deiner Aufgaben liefert.

Auge mit Feuer